Die Strassen leuchten weiss und kalt
Der Himmel ist einsam und ungeheuer
Möven kreisen über dem Fluss
Gemüse friert schweigend vor sich hin.
Alte Brücken düster schweigen.
Tief in Grau und Schwarz versponnen
Traumhaft hasten dunkle Schemen
auf kalt vereisten Wegen.
Kirche, Rathaus, Brücken
Grauenvoll im Zwielicht stehen.
Menschen schwanken wankend
auf glattem Eise ihrem Hause zu
Wie scheint doch alles Tägliche so krank!
Menschen fliehn durch düstere Arkaden
In jedem Zelt wird laut gefeilscht
Doch unter Planen rüstet sich der Frühling
Und öffnet deine Sinne weit und bang.
Ein Rot, das traumhaft dich erschüttert
In grünen Kisten scheint die Sonne.
Du fühlst dein Herz verrückt vor Wonne
bist gleich zum Kauf bereit:
Süß duftende Äpfel ! Trugbilder !
Noch ist des Winters Ende nicht zu greifen
doch Freude glänzt nicht allzu ferne
Frühling wird dem Winter folgen.
Um- und neu geschrieben nach Gedichten von Georg Trakl, 1887-1914