
Es kommt nicht oft vor, dass ich durch einen Blog aus Berlin auf eine schweizerisch-französische Spezialität gestossen werde. Natürlich kannte ich sie, dem Namen und Rezept nach. Und doch, einen ganzen Vacherin samt Holzspanschachtel habe ich noch nie im Ofen gehabt. Martin von BerlinKitchen machts vor. Vacherin Mont d’or, im Ofen geschmolzen, wie ein Raclette zu Gschwellti (Pellkartoffeln) serviert. Geschmeckt hats mir besser als alle Raclettes, die ich in den letzten 30 Jahren gegessen habe. Und was hab ich schon alles probiert, vom Val Bagnes über Gomser bis zum St. Theodul. Der hier erhältliche Raclette-Käse hat sich in dieser Zeitspanne zu einem blassen, geschmacksneutralen Industriekäse entwickelt. Der Vacherin nicht. Er kommt von Ende September bis Anfang April auf den Markt. Auf der Schweizer Seite des Jurabogens aus thermisierter Milch hergestellt, auf der französischen Seite aus Rohmilch. Endlich wieder mal ein gutes Raclette. Danke Martin. zum Rezept
| Vacherin in der Spanschachtel | Geschmolzen auf den Kartoffeln |
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Zutaten
1 kleiner Vacherin Mont d’or
1 dl Weisswein
Alufolie
1-2 Knoblauchzehen (fakultativ, ich lass sie für diesen delikaten Käse lieber weg)
etwa 600 g Pellkartoffeln
Essiggemüse
Zubereitung
(1) Den Käse samt Fichtenspanschachtel (ohne Deckel) in Alufolie einpacken (damit er nicht ausläuft) und die offene Käserinde mehrfach einstechen oder ritzen. Bei Bedarf Knoblauchzehen einstecken.
(2) Mit etwas trockenem Weisswein begiessen.
(3) Im auf 200°C vorgeheizten Ofen während 25-30 Minuten backen.
(4) Löffelweise über heisse, geschälte Pellkartoffeln geben. Den Käse während des Essens wieder in den noch warmen Ofen stellen. Die Rindenbestandteile können entfernt -oder gegessen- werden.