
Bandnudeln aus Kastanien- und Weissmehl, mit Käse überschmolzen. Das Gericht zu meinem Besuch in Chiavenna. Wir haben es im Ristorante Lanterna Verde in Villa di Chiavenna (1 M) gegessen. Wunderbar schmeckende Nudeln, das Gericht war mit einigen Kamillenblüten überstreut, die zu meinem Erstaunen gut zu dem hintergründig süsslichen, rauchigen Geschmack der Kastaniennudeln passten. Ob die Kamillen eher der Idee eines blümchenbegeisterten Kochs oder der lokalen Küche entstammen, weiss ich nicht. Mit dem in Promontogno eingekauften Kastanienmehl hab ich die Nudeln nachgekocht. zum Rezept
Zutaten
für 4 Personen:
200 g Weissmehl
100 g Kastanienmehl
2 ganze Eier
Salz, Olivenöl, wenig Wasser
Teigwarenmehl
Für die Käsesauce:
50 g Butter
20 g Zwiebel
120 g Veltlinerkäse Casera, ersatzweise Fontina, ich habe Puschlaver Bergkäse verwendet.
ein paar Kamillenblüten (römische)
Zubereitung
(1) Mehl, Salz, verquirlte Eier und das Olivenöl in der Maschine zu einem kompakten Teig mischen, Wasser nach Bedarf, so dass ein weicher, nicht klebriger Teig entsteht.
(2) Zwei Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Dann mit dem Nudelholz oder der Teigwarenmaschine auf 1-2 mm Dicke auswalzen und etwa 1-2 cm breite, ca. 8 cm lange Nudelstreifen schneiden. Beidseitig in Teigwarenmehl wenden, damit sie nicht kleben.
(3) in kochendem Salzwasser al dente kochen.
(4) Parallel dazu die feingeschnittene Zwiebel in der Butter goldgelb anschwitzen.
(5) Die Nudeln absieben und in der Butter mit den Zwiebeln schwenken.
Anrichten
Auf einen vorgewärmten Teller. Mit dem geriebenen Käse bestreuen. Am Schluss pro Teller die abgezupften Blütenblättchen einer römischen Kamille (erhältlich in Apotheken als Tee -meistens etwas beige verfärbt-, meine sind aus dem Garten, im August geerntet und luftgetrocknet -fast weiss-) verstreuen.
Anmerkung
Ich hab die Blütenblättchen nach der Zählweise “sie liebt mich…sie liebt mich nicht” gezupft, habe aber schon im ersten Drittel, wie immer, die Übersicht verloren. Nicht mehr als eine Blüte verwenden, sie sind leicht bitter, aber aromatisch.
Das Rezept habe ich frei nach dem Büchlein “Valtellina e Valchiavenna in tavola” der Associazione Cuochi Valtellina e Valchiavenna übernommen. Im link zur Lanterna verde gibts ein ähnliches Rezept. Kein Wunder, es stammt vom selben Koch.
Zum Restaurant: Wenn der Koch etwas mehr in der Küche stehen würde, statt sich immer wieder einer vertieften Prüfung der Weine von Stammgästen hinzugeben, könnte man das Lokal durchaus empfehlen. 2.5 Stunden für 3 Gänge waren arg lang. Sehr gepflegter Service mit unglaublich würdevoll und gemessen schreitendem Servierpersonal. Beim Nachkochen zuhause hab ich mir ebenfalls erlaubt, den zum Essen vorgesehenen Wein einer vertieften Prüfung zu unterziehen. Das hat auch etwas länger gedauert als beabsichtigt. slow cooking.