CH 6914 Carona: Autopostalische Delikatessen

Original: http://lamiacucina.blog/2014/08/10/ch-6914-carona-autopostalische-delikatessen/
Datum: 2014-08-10T05:00:33+01:00
Geändert: 2014-08-07T06:35:45+01:00
Kategorien: Besuch in..
Schlagworte: Keine

CH-6914 Carona

Wieder hat es nicht geklappt. Gotthardstau und meine etwas saumselige Begleitung (oh, queste donne !) haben die weit herum gerühmte Polenta in einem Grotto in Mendrisio verhindert. Nein, Sabine hat über dieses Grotto noch nie berichtet. Wenigstens hat es uns noch bis Bellinzona gereicht, wieder einmal ins Grotto Malakoff, von Famiglia Fuso lange vermisst und wieder herzlich aufgenommen.

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Tiramisù. Die Süssigkeitsverächterin wartet schon mit dem Löffel.

Und da wir schon am auffrischen alter Erinnerungen waren, fuhren wir nach Carona, dem hübschen Ort hoch über dem Luganersee. Ach, wie oft sind wir früher im Postauto hier hinauf gefahren ? Etwa zur geraden Stunde trifft das Postauto aus Lugano ein, um kurz danach wieder umzukehren. Kurz vor dem Ortseingang, bei der Kirche San Giorgio, steht ein enges Tor. Unmittelbar davor eine Rechtskurve. Mit der Souplesse, die Chauffeuren Schweizerischer Postautos eigen ist, wird das Auto erst parallel zum Toreingang geschwenkt, danach mit eingeklappten Rückspiegeln laaangsam durch den Engpass gefahren. Links und rechts bleibt eine Handbreite. Für Mäxle kein Problem, dem macht eine Schramme mehr oder weniger nichts mehr aus, aber ein grosses Postauto ! Die Chauffeure freuen sich übrigens über Beifall.

Gewiss gibt es in Carona bekanntere Sehenswürdigkeiten als Postautodurchfahrten.

Carona ist ein altes und malerisches Dorf, das in der Vergangenheit einige bedeutende Architekten, Baumeister, Bildhauer, Maler, Stuckateure und Steinmetze hervorgebracht hat. Arbeit fanden diese Handwerker in den Metropolen Italiens. Im Winter kehrten manche von ihnen in ihr Heimat zurück und arbeiteten dann an der Ausschmückung ihrer Wohnhäuser oder Kirchen. Hier nur ein paar Beispiele aus etwa zwei Dutzend schöner Häuser.

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Carona: Casa Cattaneo

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Casa Scala

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Carona: Casa Solari

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Carona: Das meistfotografierte Haus an der Via principale

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Carona: Loggia communale, 1591-1592

Kirchen gibt es hier eine ganze Menge zu sehen. In der bereits erwähnten Chiesa San Giorgio eine Kopie der Auferstehung von Michelangelo. Nach Kunstvergleichen und langen Fussmärschen war uns wegen der grossen Hitze jedoch nicht. Was wir hingegen machten, war Nachsitzen.

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Carona: Chiesa San Giorgio

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Kreuzigung, Fresko von 1581-1584, Domenico Pezzi di Puria

So wie in foodblogs nachgekocht wird, in Reiseblogs nachgereist wird  ;-), so haben wir für einmal das Nachsitzen geübt. Nachsitzen auf schönen Bänklein  mit Aussicht. Sabine hat -auf der Suche nach einem von mir als schönstes Bänklein Europas angegebenen Sitzbank- uns eine Bank vorgestellt. Nicht die Richtige (sie liegt in meinem privaten Bank-Rating nur auf Platz 12) , aber zum Sitzen durchaus tauglich. Danach fuhren wir zur Erfrischung an den See, nach Morcote.

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Carona: Sitzbank (Bänkli-Ranking 12) mit Aussicht auf Maroggia

Erstaunlich, wie menschenleer sich das früher in der Ferienzeit überlaufene Morcote präsentierte. Schweizer ziehen es heute offensichtlich vor, für 28€ in die Türkei zu fliegen. Bitte sehr, mir soll es recht sein.

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Morcote: Häuserzeile am Ufer mit einer (1) Besucherin

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Morcote: am Ufer