
Chiavenna: Castello Balbiani, bzw. was Schweizer Landsknechte und eine Versicherungsgesellschaft von ihm stehen gelassen haben
Über Chiavenna, die Perle der Alpenstädtchen, berichtete ich letztes Jahr schon einmal weitere Fotos siehe hier. Heuer haben wir es von Süden angefahren, von Varenna aus, der Perle am Comersee. Schwül-heisser Samstag, ich wäre lieber den ganzen Tag am Ufer sitzengeblieben, doch wir wollten noch in Chiavenna einkaufen für das Wochenende. Kein Schritt in Chiavenna, ohne den ersten espresso im Caffè svizzero. Fleissige Leser wissen warum.
Am Anfang der Via Dolzino, gegenüber dem Palazzo Salis, steht der Laden der Fratelli del Curto. Kleines, aber feines Angebot an Bresaola, Salumi, Mortadella mit Leber. Die Viola di Capra, eine ganze, luftgetrocknete Ziegenschulter, die an die Form einer Klampfe erinnert, gibts leider nur am Stück. In dieser Macelleria könnte man zum Fleischesser werden. Natürlich kein Zufall, dass wir die Kühlbox im Auto hatten. Weiter unten an der Via Dolzino in der Bäckerei Balgera gibts zu den Wurstwaren köstliche Roggenringbrote mit Anis gebacken.
Am andern Ufer der Mera, in der via P. Bossi, gehts in den Veltliner Spezerei- und Gemüseladen des charmant deutsch parlierenden Francesco Bedognetti (seine Frau ist Deutsche). Er hat, wenn man im richtigen Zeitpunkt kommt, die schönsten und frischesten Gemüse. Die Zucchiniblüten erinnern an die Mittagszeit: einmal mehr ins Ristorante Passerini, das Grotto Crotasc ist im Umbau und das Cenacolo geschlossen. Ein andermal.
Bei Passerini wie immer ein sehr gutes und gepflegtes Essen, hier hats Dauergäste die täglich hier essen und denen wir Jahr für Jahr wieder begegenen. Wir haben gegessen: Zucchiniblüten (weibliche) mit Ricotta gefüllt, Maisravioli mit fave, Vitello tonnato und als Dessert ein gelato di fiordilatte con Amaro braulio, das Milcheis einfach mit Braulio umgossen, etwas weniger elegant als bei Anna Bertola.