Die italienische Geistlichkeit galt früher als äusserst verfressen. Strozzapreti (in andern Regionen Italiens auch Strangolapreti genannt) konnten schon mal den einen oder andern Prälaten beim Herunterschlingen der köstlichen Dinger im Halse würgen. Daher, so die Legende, der Name “Pfaffenwürger”. Je nach Region kursieren unterschiedliche Zubereitungen, die allesamt auf antiklerikale Befindlichkeiten unterschiedlichster Art zurückzuführen sind. Während es sich dabei in der Emilia-Romagna und der Toskana um eine handgeformte Pasta handelt, benennt man damit im Trentino eine Art Spinatgnocchi. Während des Tridentiner Konzils sollen diese das Lieblingsgericht der versammelten Klerisei gewesen sein. Ob nördliche oder südliche Variante, ersticken kann man an beiden. Ich mache die südliche Version, weil sie mich an meine Pici erinnert. zum Rezept:
Zutaten
250 g Hartweizengriess (Teigwarenmehl)
ca. 1.5 dl Wasser
1 Elf. Olivenöl
1 Tlf. Salz
20 Cherrytomätchen halbiert oder 4 Tomaten geachtelt. Gelee und Kerne entfernt.
1 kleine Dose Pelatitomaten (ca. 200g)
Piment d’Espelette
1/2 Tlf. geriebene Orangenschale
Salz
1 mittlerer Zucchini
2 Elf. Olivenöl

Vorbereitung
(1) Mehl, Salz, und Olivenöl in der Rührmaschine vorlegen, unter langsamem Rühren das Wasser zufügen und zu einem weichen, plastischen Teig verkneten. (kein Ei). Teig 2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.
(2) Kleine Stücke vom Teig abschneiden und zwischen den Handballen zu einer Art schwäbischen Buebespitzle drehen. Etwa 4-6 cm lang, etwa 6 mm dick. Geübte italienische Nonnas drehen gleich weiter und erhalten dann eine etwas abgeflachte leicht spiralig gedrehte Nudel. (siehe obigen link “Pasta”).
(3) Da ich weder Nonna noch geübt bin, mach ich sie anders: eine 8 mm Stricknadel der Länge nach in das Buebespitzle drücken, die Nadel hin und herwallen, den Teig von der Nadel lösen, durchs Teigwarenmehl ziehen damit nichts klebt, die Nudel an beiden Enden festhalten und leicht verdrehen.
(4) Die Nudeln sollten am besten über Nacht antrocknen. Frisch gekocht würden sie sich gleich wieder aufdrehen. Die Spiralen auf einem Kuchengitter lagern.
| Strozzapreti am Trocknen | Zucchini am Anbraten |
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Zubereitung
für die Sauce:
(5) Pelati-Dose öffnen, Tomaten zerdrücken, würzen mit Piment d’espelette, Orangenschale und Salz, dann während 15 Minuten kochen. Durch ein Sieb passieren und heiss halten = Passato di pomodoro. Kurz vor Gebrauch die frischen Tomatenstücke dazugeben.
(6) Zucchini in 2 bis 3 mm dünne Scheiben schneiden. Die Scheiben in kräftig erhitztem Öl anbraten. (wenn das Öl nicht mehr heiß genug ist, werden die Zucchini breiig).
für die Nudeln:
(7) Die Strozzapreti in reichlich Salzwasser al dente kochen. Das kann schon 10-12 Minuten dauern. Mit den Zucchini und Tomaten anrichten.
Anmerkung
Darauf achten, dass aus den Strozzapreti keine allzudicken Brummer werden. Sonst könnten sie wirklich im Halse stecken bleiben. Hartweizenteigwaren ohne Eier werden übrigens kaum besser, wenn man sie selber macht. Das ist einfach so. Und trotzdem mach ich sie selbst. Italien kennt rund 1000 Pasta-Sorten. Das hält mich für die nächsten Jahre beschäftigt 🙂
Wer eher an der würgenden Wirkung der Dinger interessiert ist, dem kann ich folgende Ausformung empfehlen: Wirkt&Würgt, todsicher.
