Steigende Coronafallzahlen in Frankreich, wie überall. Bevor die Grenze wieder unpassierbar wird, wollte ich meinen monatlichen Tagesausflug am 30. August “einziehen”. Regen war angekündigt, doch die Betreuung für Frau L. bereits organisiert. Autofahrten im Regen sind mir zu anstrengend. Dann halt bequem mit dem TGV in die nahe liegende, mir völlig unbekannte Stadt. Ankunft um 9 Uhr in Dijon: es regnet.

Vorbei am Jardin de Darcy, eine Garten- und Brunnenanlage aus dem Jahre 1880. Die Anlage umschliesst einen 40 Jahre älteren, grossen Trinkwasserspeicher, der durch Ing. Darcy für die Bewohner der Altstadt erbaut wurde. Die Bassins, der Wasserfall, Treppen und Balustraden erinnern ein klein wenig an die Wasserspiele der Villa d’Este in Tivoli/Rom.

Vor der Porte Guillaume, 1788 auf den Fundamenten eines mittelalterlichen Stadttores errichtet, machen Plakate auf die in der Altstadt geltende Maskenpflicht aufmerksam. Es regnet immer noch.

Mit Regenschirm und angenässter Kleidung rette ich mich an der Masken- und Desinfektionswache vorbei in die gedeckte Markthalle. Hier ist es trocken. Und angenehm. Ein Paradies auf Erden. Mein Gott, wie armselig ist unser Basler Markt. Unter dieser von Ingenieur G. Eiffel inspirierten Struktur aus Glas und Eisen findet man alle burgundischen Köstlichkeiten, für die das Land bekannt ist und die einem den Mund wässrig machen: Epoisses, Jambon persillée, Geflügel, Fleisch von Charolais-Rindern, Wein.


Geplant und erbaut wurde die Halle auf dem Gelände eines alten Dominikanerklosters in den Jahren 1873 – 1875 durch lokale Ingenieure, inspiriert durch Bauten von G. Eiffel. Fläche: 4.400 m2, Gesamthöhe: 13 Meter. Die Halle ist in zwei Hauptkreuzschiffe mit vier Pavillons gegliedert und beherbergt bis zu 246 Geschäfte.





Schade, dass ich nicht an eine Kühltasche gedacht hatte. Das passiert mir kein zweites Mal. Trosttee zum Aufwärmen und Trocknen: ein Kännchen vorzüglichen Yunnans, im Le Paï-Sho mit einer grossen Auswahl und zuvorkommender Bedienung durch den Inhaber.

Gegen 11 Uhr bricht die Sonne durch die Wolken, gleich neben den Hallen treffe ich auf Wandkunst, die das Thema der Hallen reflektiert, davor noch mehr Kunst. Kunst der andern Art. Da ich keinen Jambon persillée nach Hause tragen konnte, wollte ich auch keinen weiblichen Torso unter dem Arm mitschleppen. Ohne Schinken und Kunst läuft es sich entschieden leichter. Wird fortgesetzt…
