“Er ist so gefällig. So leicht zu verstehen. So einfach zu bewundern. So sorglos aufzuhängen. So kompatibel mysteriös” (Zitat Tagesanzeiger). Bis zum 17. Mai 2020 kann man sich in der Fondation Beyeler Hoppers Stadt-, Industrie-, Haus-, Seen- und Land-Landschaften ansehen. Teils mit verstörenden Menschen, die scheinbar ausdruckslos in der Szenerie sitzen oder stehen und in die Leere schauen. Bilder, die ausserhalb ihrer Einrahmung so viel zu erzählen haben.
Eine der einsamen Frauen, aus einem leeren Innenraum in eine unbekannte Weite blickend. Was sieht sie? Was erwartet sie?
Einsamkeit und Abgeschiedenheit einer Eisenbahnlinie, inszeniert in einer endlosen Weite.
Geheimnis- und spannungsvolle Weite auch in einem wenig bekannten Bild:
In manchen der Bilder von Hopper mischen sich Einsamkeit, Melancholie und Strenge. Obwohl still, sind sie zugleich voller Spannung, ähneln Standbildern aus Filmen, doch die Handlung bleibt verborgen. So erstaunt nicht, dass bekannte amerikanische Schriftsteller sich von Werken des Malers Edward Hopper zu Kurzgeschichten inspirieren liessen (Nighthawks. Stories nach Gemälden von Edward Hopper).
typisch: Mobil-Gas Station, ohne Auto, ohne Handlung. Was tut der Tankwart?
Hopper: Gas, 1940
Wenig bekannt sind Hoppers Zeichnungen: Kohle und Aquarelle, denen die Fondation einen ganzen Raum widmet.
Hopper arbeitete viele Jahre als Werbeillustrator und konnte bis zu seinem 42. Lebensjahr nicht von der Kunst leben. Mit Hilfe seiner Familie und eigenen Ersparenissen besuchte er auf mehreren Reisen Europa. In seinen Frühwerken, hier eine Pariser Szene an der Seine, ist der Einfluss des französischen Impressionismus gut zu erkennen.
Am Ende des Ausstellungsrundgangs wird ein von der Fondation angeregter Kurzfilm von Wim Wenders gezeigt. Im Film „Two or Three Things I Know about Edward Hopper“ lässt Wenders Schauspieler Szenen aus Hoppers Bildern beleben. Geschichten, mit filmischen Mitteln weitererzählt.
Noch mehr Hopper?