Berlin in drei Wanderungen: Tag Zwei

Original: http://lamiacucina.blog/2018/10/07/berlin-tag-zwei/
Datum: 2018-10-07T06:04:21+02:00
Geändert: 2018-10-07T06:04:21+02:00
Kategorien: Besuch in..
Schlagworte: Berlin

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Langer Tag heisst früh aufstehen. Früh aufstehen bedeutet lange Schatten. Hier in den Kolonnaden der Alten Nationalgalerie.

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An dem 1894 bis 1905 erbauten Berliner Dom, der das preussische Verständnis von italienischer Hochrenaissance, Barock und wilhelminischer Repräsentation in sich vereinigt, kann selbst ich nicht vorbeilaufen. Nur die Hohenzollern lasse ich in ihrer Gruft weiterschlafen. Denn der Himmel verheisst einen knall-sonnigen Tag.

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Mit der S3 zum Bellevue. Vorbei am pickelhaubenbewehrten Titanen des deutschen Volkes.

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Und da steht sie, die Goldelse, mein geliebtes Goldstück.  Die Aussicht von dort oben hängt bei mir in der Stube. Um dieselbe Aussicht mit Sonne im Rücken zu haben, hätte ich jedoch am Nachmittag hier sein müssen. Nun weiss ich es.

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Mit der U9 Richtung Moabit. Doch rechts der Spree ist die Sonne plötzlich weg. Die Moabiter Markthalle (Arminiushalle, Halle 10)  in fahlem, novembrig anmutenden Septemberlicht.

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Um zehn Uhr morgens, eh eine Unzeit, das hätte ich von der Basler Markthalle wissen müssen, ist in gastronomisch dominierten Hallen noch nicht viel los. 2 Stammgäste, die ihr Bier beim Brutzel-Werner trinken. Eine wunderschöne Halle mit filigranem Stahlskelett.

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Weiter mit U9 und Bus M45 nach Charlottenburg. Irgendwo hatte ich es gelesen und doch nicht wahrhaben wollen: der Park erstreckt sich auf 53ha. Den abzulaufen kann ich mir heute nicht antun. Ein Blick auf Schwert und Schild und Schloss und Busfahrplan muss genügen.

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Mit den Bussen M45, zu Fuss und M19 bis Yorckstrasse. Irgendwo dazwischen verliere ich Internetverbindung und Orientierung an meinem Handy und laufe eine Stunde lang im Kreis herum. Doch das Lützowufer des Landwehrkanals ist ja auch ganz nett.

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In der Yorckstrasse erwarten mich erst bunte Wohnbauten, deren Balkone verraten, wer Fernsehen in Bunt sieht.

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Dann die baufälligen, stützungsbedürftigen Yorckbrücken der S-Bahn. Die Strasse wird heute noch von insgesamt 33 Blechträgerbrücken, von denen 24 aber nicht mehr benutzt werden, überquert. Die alten, gusseisernen Stützen stammen noch aus den 90-er Jahren des vorletzten Jahrhunderts.

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Sowie neuzeitliche Fresken, siehe den Totentanz im Headerbild, Danse Macabre, auf Klinker der Unterführung gemalt. Auch an andern Bauwerken muss gestützt werden, wie hier das Portal durch Karyatiden.

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Läden des täglichen Bedarfs, wie etwa Schimala mit Möbeln,  Kleidern, Trödel und Gebrauchtwaren sind soviel sympathischer als gesichtslose Malls.

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Endlich ist mein Tagesziel an der Katzbachstrasse erreicht: das erste Haus am Platz für Linoleumböden. Falls ich mal welche benötigen würde. Hier gefällt es mir wieder besser als im Charlottenburg der erlauchten, hohen und höchsten Majestäten. Und ist zudem frei von Touristen. Ausser mir.

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Im modernen Laden der Bio Company nehme ich einen kleinen Imbiss. Den Appetit spare ich mir auf den Abend.

Mit der S2 zum Anhalter Bahnhof. Ziemlich kaputt hier alles. “…doch neues Leben blüht aus den Ruinen”. Ein Schweizer kennt seinen Wilhelm Tell.

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Und wieder mit der S2 zum Pariser Platz. Erst zum Holocaust-Denkmal. Grau & Sperrig. Vor allem sperrig.

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Dann zum Brandenburgertor. Pferdefuhrwerke und Touristen versperren mir die Sicht.

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Die bescheidenere Schmalseite ist mir ohnehin lieber. Da menschlicher.

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Von hier aus führt mich die Prachtsstrasse Unter den Linden erst zum Bebelplatz, danach die Friedrichsstrasse via Checkpoint Charlie runter zum Abendessen im  Nobelhart& Schmutzig.

Unter den insgesamt 10 Gängen sind 5 Gänge, die ich mir merken konnte und die ich im Kleinen bei Gelegenheit mal nachzukochen versuche:

Lauch / Sauerampfer
Müritzer Saibling / Haselnuss
Schmorgurke /Meerrettich
Zwiebel /Tomate
Kartoffel / Apfel (erledigt, siehe Blog)