CH-8840 Einsiedeln: Raben und Schafböcke

Original: http://lamiacucina.blog/2013/10/27/ch-8840-einsiedeln-raben-und-schafbocke/
Datum: 2013-10-27T06:00:57+01:00
Geändert: 2013-10-26T20:24:45+01:00
Kategorien: Besuch in..
Schlagworte: Keine

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Nach einem eher verregneten Herbst zwischendurch ein ungewöhnlich schöner Tag. Nun ist Einsiedeln ein Wallfahrtsort, der eigenartigerweise auf gastronomischen Reisekarten nicht mehr zu finden ist. Die Abtei ist aber mit ihrer gewaltigen Barockanlage auch ohne gastronomische Zerstreuungen eine Reise wert. Für Pilger wie für Touristen.

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Kaiser Otto der Grosse

Hätten die Limburger ihrem Fürstbischof Tebartz-van Elst ein paar Jährchen mehr Zeit und einige Milliönchen mehr Geld zugestanden, würde der fromme Mann mit seinem barocken Selbstverständnis den Limburger Bischofssitz gewiss zu einer mit Einsiedeln vergleichbaren Touristenattraktion umgebaut haben. Menschliche Ungeduld und Geiz haben das vereitelt. Nun muss halt die Badewanne von Philippe dem Starcken den Limburgern zu mehr Fremdenverkehr verhelfen.

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Galerie auf den halbkreisförmigen Arkaden

Gegründet wurde der Ort durch den heiligen Meinrad im Jahre 835 als Einsiedelei, bestehend aus einer Klause und einer Kapelle. Nach einer Sage wurde Meinrad 861 von zwei Räubern erschlagen. Daraufhin sollen zwei Raben die Mörder verfolgt und dem Gericht zugeführt haben. Deshalb haben es die zwei Raben auf das Einsiedler Wappen geschafft. Mein Rabe, den ich täglich vor dem Küchenfenster füttere, benimmt sich unheiliger und schafft es lediglich, meine Haselnüsse zu futtern.

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Gartenpforte

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Die Bank gegenüber wollte auch Barock

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steingewordener Geist der jeweils entsprechenden Zeit

Die Gründung der Benediktinerabtei geht auf das Jahr 934 zurück. Durch Schenkungen des ostfränkischen Königs und nachmaligen deutschen Kaisers Kaiser Otto I. sowie später Kaiser Heinrich II. gelangte das Kloster in den Besitz grosser Ländereien. Das führte in der Folge zu andauernden Grenz- und Nutzungskonflikten mit Bauern aus der Talschaft Schwyz. 1314 wurde das Kloster von den Schwyzern erobert und geplündert. Herzog Leopold I. von Österreich, als Schirmherr des Einsiedler Klosters, griff danach die Innerschweizer an, unterlag aber 1315 in der Schlacht am Morgarten. Der Konflikt wurde 1350 beigelegt. Das Kloster verlor damals einen beträchtlichen Teil seines Landbesitzes. 1394 ging die hohe Gerichtsbarkeit an Schwyz, Einsiedeln wurde Landschaft des Standes Schwyz. Die niedere Gerichtsbarkeit lag beim Kloster. 1798 wurde die Landschaft Einsiedeln dem Land Schwyz politisch gleichgestellt und später als Bezirk dem Kantons Schwyz eingegliedert. Das Kloster behielt zunächst seinen starken Einfluss.

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Fotografieren verboten

Das heutige, barocke Kloster entstand von 1674 bis 1735 als vollständiger Neubau in drei Etappen nach den Plänen von Caspar Moosbrugger, einem Einsiedler Mönch und Mitbegründer der Vorarlberger Barockbauschule. Gleich beim Eingang steht die Gnadenkapelle mit der schwarzen Madonna. Im Innern der Kirche gibt es das grösste Deckenfresko der Schweiz zu sehen. Barock. Seit der Renovation der Fresken sieht hier alles licht und hell aus. Nicht mein Fall, aber unbedingt sehenswert. Die Wallfahrt hat in Einsiedeln eine grosse Bedeutung. Kreuzgänge und Pilgerfahrten sind schon ab der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts dokumentiert.

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Herbstlicher Gemüseteller

Mittagessen. Ich hatte mir, einer Pilgerfahrt angemessen, den Besuch in einer noblen Gaststätte im nahegelegenen Euthal vorgenommen, Frau L. wollte sich hingegen mit einem frugalen Käsebrot in einem Tea Room bescheiden. Nach einigem hin und her einigten wir uns auf einen Kompromiss: das Gasthaus Linde. Gut-bürgerlich, wie das hier so schön heisst.

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Einsiedler Schafböcke

Im Klosterladen fand ich zwischen Bergen von Devotionalien zwei Fläschchen Klosterwein und Schafböcke. Das eine ein frischer, angenehmer Räuschling vom Zürichsee, das andere ein traditionelles Gebäck für Pilger, angeblich aus aromatischem Honigteig, Wer genau hinsieht, entdeckt ein im Gras liegendes Lamm (Agnus Dei). Falls er nicht schon vorher an dem trockenen Kuchen erstickt ist.

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Dösen an der Etzelstrasse am Sihlsee

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Paracelsus-Gedenkstein vor der Sihlbrücke an der Egg

Der Heimweg führte uns über den enge Etzelstrasse an die Egg, dem Geburtsort des Paracelsus, Teophrast von Hohenheim, vorbei über den Seedamm nach Turbenthal stracks in den Fabrikladen der Firma mit den feinen Schlaf- und Badetextilien. Da mir beim Waschen unserer weissen Badetücher versehentlich meine schwarzen Trauersocken in die Maschine gerieten, mussten die Tücher ersetzt werden. Saudumm ? Schafdumm !

Quellen:

Kloster Einsiedeln wiki
Einsiedeln Historisches Lexikon der Schweiz