Im Entlebuch, am Fuss des Napfs, wurde früher, wie heute gelegentlich noch, Gold gewaschen. Der Legende nach soll um das Jahr 1500 ein Goldwäscher aus den Niederlanden in seinem Nachtlager Nähe Wolhusen «ein gar herrlichs, lieblichs und süesses Gesang» gehört haben, aus dem er schloss, «es müsste ein englisch und himmlisch Gesang seyn». Andere Zeiten. Wenn ich mir heute Popmusik auf englisch anhören muss, ist da nichts dabei, das himmlisch oder mindestens lustig erklingen würde.
Nachdem sich die Kunde wunderbarer Heilungen im Land verbreitet hatte, wurde im Jahre 1520 auf dem Fels eine Kapelle mit drei Altären erbaut. Wenige Jahre später beschloss die Regierung im benachbarten Bern, auf ihrem Staatsgebiet die Religion in eigene Hände zu nehmen. Die Reformation wurde durchgeführt, um dem unsittlichen Treiben mancher Kirchendiener einen Riegel zu schieben und um die Kirchen für die Verlesung von Mandaten (Gesetzen) der Regierung zu benutzen. In Folge wurden alle Wallfahrtsorte auf Berner Boden bodeneben abgetragen.
Aus einem der Berner Wallfahrtsorte wurde eine Pietà vor den Schlaghämmern gerettet und bei Nacht und Nebel über die Grenze ins rettende, katholische Werthenstein verbracht. Dieses wurde nun zum Zentrum einer neuen Wallfahrt. Um 1600 war der Pilgerstrom derart gross, dass die Kapelle die zahlreichen Pilger nicht mehr fassen konnte. So wurde in den Jahren 1608 bis 1616 die heutige Kirche erbaut. 1630 bis 1636 folgte der Bau des Klosters, in welches die Franziskaner einzogen, um die grosse Pilgerschar, und wohl auch sich selbst, zu betreuen.
Im habsburgisch-österreichischen Urbarbuch wurde 1303 “Werdenstein” erstmals erwähnt. Doch bestand schon früher eine kleine Burg, welche von den Freiherren von Wolhusen erbaut wurde. Nach dem Aussterben der Freiherren erbte eine Seitenlinie von Rothenburg den Ort. Sie veräusserten ihn an die Habsburger. Nach 1386 geriet der Ort unter die Herrschaft der Stadt Luzern. Die Gemeinde gehörte bis 1798 zur Landvogtei Rothenburg.
Der Kreuzgang mit den 1775-1779 gemalten Wandbilden, die über einen älteren Zyklus gemalt sind.
1838 wurde das Kloster durch die Luzerner Regierung aufgehoben, das Mobiliar verscherbelt. Die Räume als Taubstummenanstalt benützt.
Bevor man auf den Felsen gelangt, muss erst die Holzbrücke über die Emme überschritten werden. Die wird vom römischen Legionär Mauritius bewacht.
Was sich hier als harmloses Rinnsal präsentiert, kann sich bei Unwettern rasch in einen reissenden Fluss verwandeln. Dann ist fertig lustig.