CH-9620 Lichtensteig: im Städtli

Original: http://lamiacucina.blog/2012/11/25/ch-9620-lichtensteig-im-stadtli/
Datum: 2012-11-25T05:00:38+01:00
Geändert: 2012-11-25T05:00:57+01:00
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Seit dem Bau der Umfahrungsstrasse ist es im Städtli Lichtensteig ruhig geworden. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts befestigten die Grafen von Toggenburg, ein Ostschweizer Adelsgeschlecht, den Ort. Ihre Besitzungen hatten die Toggenburger in jener Landschaft, die heute als Toggenburg ihren Namen trägt. Im Laufe des 14. Jahrhunderts erhielten die Einwohner Stadt-, später Marktrechte und das Städtchen entwickelte sich zu einem regionalen Zentrum.

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Gasthaus Löwen aus dem 16. Jahrhundert

Der letzte Graf, Friedrich VII. von Toggenburg, stiftete ein Jahr vor seinem Tod, 1435 eine Kirche. Vergass aber ein Testament zu hinterlassen, was in der Folge zu heftigen Erbstreitigkeiten zwischen den eidgenössischen Orten Zürich, Schwyz und Glarus führte, und den Alten Zürichkrieg auslöste.

Danach gelangte die Grafschaft Toggenburg in den Besitz der Fürstäbte von St. Gallen, die das Land zwischen 1468 und 1798 in einer Art konstitutioneller Monarchie regierten.

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Wehrhafte Metzgerei an der hintern Gasse

Das alte Lichtensteig ist zu Fuss schnell erkundet, zwei Hauptgassen, zwei Nebengasse, alles mittelalterlich eng und dunkel. 1828 wurden zur “Verbesserung der Verkehrsführung” die beiden Stadttore, das Ober- und das Untertor, abgebrochen. Das half mir aber beim fotografieren nicht, alles wird aufgrund der Enge perspektivisch verzerrt.

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Löwengasse

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Hintergasse

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Noch so ein enger Durchschlupf

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Löwengasse

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Erquickung verheissende Halle

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Das Rathaus von der falschen Seite

Zum Schluss will ich dem berühmtesten Sohn des Städtchens ein Kränzchen winden. 1552 wurde in Lichtensteig Jost Bürgi, einer der führenden Wissenschafter seiner Zeit geboren, Uhrmacher, Konstrukteur unübertroffener Himmelsgloben, Mathematiker und Astronom. Eigentlicher Erfinder der ersten Logarithmentafel, die er etwa zeitgleich mit dem Engländer, aber unabhängig von diesem, entwickelte. Da er als Praktiker kein Latein sprach, hat er seine Erfindung erst spät (1620) in einem Traktat festgehalten (Tabulen/ sambt gründlichem Unterricht/ wie solche nützlich in allerley Rechnungen zu gebrauchen/und verstanden werden sol).

Jost_Bürgi_Porträt

Jost Bürgi (wiki)

Nicht zu spät, sondern zu früh war ich für den Kaffee bei Chef Albino. Da ich der berühmten Städtlichäsi auch noch einen Besuch abstatten will, halt ein andermal. Vorfreude ist auch eine Freude.