CH-1608 Oron: Schloss

Original: http://lamiacucina.blog/2012/05/06/ch-1608-oron-schloss/
Datum: 2012-05-06T04:00:05+01:00
Geändert: 2012-04-14T06:45:21+01:00
Kategorien: Besuch in..
Schlagworte: Keine
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Chateau d'Oron

Wer sich die Zeit nimmt, Autobahnen den Eiligen zu überlassen, wird immer wieder mit kleinen Entdeckungen belohnt. Vom Genfersee durch die Waadt nach Bulle tuckernd, kamen wir, wieder einmal, im Auto Kirschschokolade von Villars essend, an Oron vorbei. Ein Bilderbuchschloss. Das sogar als Schauplatz eines Comics herhalten durfte. Leider ist es nur Samstags geöffnet.

Bild: http://www.swisscastles.ch

Aus den Besitztümern der Abtei St. Maurice im Wallis entwickelte sich im 12. Jahrhundert die Herrschaft Oron. Um diese Zeit wurde auch das Schloss erbaut. Peter II., Graf von Savoyen und Earl of Richmond, auch der “Kleine Karl der Grosse” genannt, unterwarf sich im 13. Jahrhundert einige der umliegenden Ländereien (u.a. Turin) und dehnte sein Herrschaftsgebiet zu einem kleinen Fürstentum aus, das neben dem Stammbesitz südlich des Genfersees nun weite Gebiete der Waadt umfasste. Die Herren unseres Schlösschen erhielten von ihm die Herrschaft Oron als Lehen. Während dieses Jahrhunderts erlebte die Herrschaft Oron eine Blütezeit; die Familie besetzte einflussreiche Posten im Waadtland. 1388 erlosch das Geschlecht, die Herrschaft ging als Erbe an die Grafen von Greyerz, auch diese Gefolgsleute der Savoyer..

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Nach der Eroberung der Waadt durch Bern im Jahr 1536 verblieb Oron zunächst bei der Grafschaft Greyerz, kam aber unter die Lehensherrschaft von Bern. Spannungen ergaben sich, als die Berner ab 1536 in den Gebieten der Waadt die Reformation einführten. Die Grafen von Greyerz lebten auf derart hohem Fusse, dass 1554 ein Konkurs unabwendbar wurde. Ihre Gläubiger teilten die Grafschaft unter sich auf. Letztlich gelangte Bern durch Kauf in den Besitz von Oron. Ab 1557 errichtete Bern in Oron eine Vogtei dritter Klasse und liess sie von Landvögten aus Bern regieren.

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Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime gehörte Oron-le-Châtel kurzzeitig dem Kanton Léman an, der anschliessend im Kanton Waadt aufging. Das Schloss fiel an den Kanton, der es zu einem Gefängnis umwandelte. Nach weiteren Besitzerwechseln wurde es 1936 an die Association pour la conservation du Château d’Oron übertragen, die sich für den Erhalt der Bausubstanz einsetzt.

Ältester Teil des heutigen Baus ist der runde Bergfried aus dem 13. Jahrhundert an der Nordostecke. Der unregelmässige Bau mit  ovalem Grundriss besitzt einen Innenhof und Wohngebäude, die bis zum 18. Jahrhundert mehrmals umgestaltet wurden und ist rundum geschützt von einem durchgehenden Wehrgang. Das Schloss beherbergt heute ein Museum und seit 1880 eine der grössten Privatbibliotheken Europas, die der franz. Romanliteratur des 18. Jh. gewidmet ist. 17’000 Bände.

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Wer nicht kommt zur Öffnungszeit, dem bleibt nur ein Blick in Dunkelheit.

Quellen: wiki, Historisches Lexikon der Schweiz