Burgdorf, am östlichen Eingang des Emmentals gelegen, ist kein Dorf, sondern seit altersher eine Stadt. Seit dem 11. Jahrhundert erhebt sich auf dem Stadthügel eine Burg, die hier jedoch als Schloss benannt wird. Um 1200 liess Herzog Berchtold V. von Zähringen anstelle der alten Burg eine neue, repräsentative Residenz errichten. Gleichzeitig gründete er die dazugehörige Stadt. Eine erste Stadterweiterung, welche die Lücke zwischen Stadt und Burgareal schloss, erfolgte in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Als zweite Stadterweiterung wurde um die 1300 die Unterstadt bebaut. Andere Zähringergründungen sind in der Schweiz Bern, Fribourg, Murten, Rheinfelden und Thun. Wer hier regelmässig mitliest, weiss das.
Nach dem Tod von Berchtold V. als letztem Zähringer, fiel ein Grossteil des Erbes, so auch Burgdorf, an das Haus Neu-Kyburg, das mit den Habsburgern verbandelt war.
1273 trat die so genannte Goldene Handfeste in Kraft, die älteste erhaltene Fassung des Burgdorfer Stadtrechts. Manche Bestimmungen blieben über 500 Jahre, wären wohl heute noch in Kraft ;-), wenn 1798 die alte Eidgenossenschaft durch den Franzoseneinfall nicht untergegangen wäre.
Burgdorf (Burdlef) erfreute sich einer weitgehenden Autonomie vom Adelsgeschlecht der Kyburger. Der rasante wirtschaftliche Niedergang und der daraus folgende Geldbedarf des Hauses Neu-Kyburg drohte die Autonomie der Stadt zu beschneiden. Die Nachbarstadt Bern packte die Gelegenheit beim Schopf, belagerte die Stadt 1383/84 mit 6000 Mann. Burgdorf wderstand der Belagerung während 45 Tagen. Ohne Entscheid zog sich der Krieg hin. Durch Annahme einer eidgenössischen Vermittlung erwarb Bern für die von den Eidgenossen im Kaufvertrag vom 5. April 1384 festgesetzte hohe Summe von 37.800 Gulden die Städte und Schlösser Burgdorf und Thun. Damit besass die freie Reichsstadt Bern die Tore zum Emmental und Oberland, starke Festungen sowie die grössten Märkte der Gegend. In Burgdorf hatte Bern eine starke und gute Erinnerung an die früheren Herren zu berücksichtigen. Im Friedensvertrag bestätigte es der Stadt die grossen Freiheiten, die Burgdorf von den Kyburgern erhalten hatte.
Der Kronenplatz ist durch herrschaftliche Kaufmannshäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert geprägt:
Im 19. Jahrhundert begann sich die Stadt über die mittelalterlichen Stadtmauern hinaus zu entwickeln. Die Eröffnung der Bahnlinie Bern-Olten 1857 brachte der Stadt wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Aufschwung.
Mittag gegessen haben wir in der Unterstadt im Restaurant Gedult, eine erfreuliche Entdeckung, die ich der Wilden Henne verdanke. Die Unterstadt wirkt auf den Besucher kleinstädtischer als die Oberstadt, ist dafür belebter.
In der Unterstadt ist das Kornhaus nicht zu übersehen. 1770 als Kornspeicher erbaut, heute wird es als Museum für Volkskultur genutzt.
Quellen: wiki