CH-4229 Beinwil: Kloster

Original: http://lamiacucina.blog/2012/01/08/ch-4229-beinwil-kloster/
Datum: 2012-01-08T04:00:14+02:00
Geändert: 2012-01-06T20:16:23+02:00
Kategorien: Besuch in..
Schlagworte: Keine

CH-4229 Beinwil 1_2012 01 03_2160

Es ist Winter, obwohl etliche schon den Frühling zu spüren vermeinen. Der Aktionsradius für unsere traditionellen Sonntagsausflüge an Werktagen ist klein geworden, reicht gerade mal in die nähere Umgebung, wenn überhaupt noch ein Ausflug drin liegt. Also sind kleinere Brötchen angesagt oder gar keine. In der ersten Januarwoche hat es uns zwischen zwei Regenfronten nach Beinwil verschlagen, weil Frau L. dringlich in ein Café wollte und “unser” Café in der benachbarten Ortschaft geschlossen war. Beibel, wie man hierorts Ort sagt, liegt an der Strasse über den Passwang (943 M. ü.M) von Laufen/Breitenbach nach Balsthal/Oensingen.

CH-4229 Beinwil 0_2012 01 03_2169

Das Kloster wurde um 1085 vermutlich durch lokalen Adel gegründet. Schriftliches existiert nicht mehr. In der Folge von Streitigkeiten über Gebietsansprüche der Städte Solothurn und Basel an die Grafen von Thierstein, Kastvögte des Klosters, wurde das Kloster 1445 abgefackelt. 1519 wurde es von den Solothurnern samt einem Grossteil des Klosterbesitzes als Pfand eingezogen.

Das Benediktiner-Kloster liegt sehr abgeschieden, im 16. Jahrhunderts lebten nur noch wenige Mönche hier, die geistliche Betreuung wurde 1589 vom Kloster Einsiedeln, später vom Kloster Rheinau übernommen. 1648 wurde der Klosterbetrieb nach Mariastein verlegt. Von dort aus wurde Ende des 17. Jahrhunderts das Kloster Beinwil mit einem barocken Neubau der Klosterkirche und der Konventsgebäude wieder reanimiert. Das Kloster wurde während des Kulturkampfes (einem Machtgerangel zwischen Staat und der Kirche) im Jahr 1874 durch einen Volksentscheid aufgehoben.

CH-4229 Beinwil 4_2012 01 03_2153

Das Innere, weihnachtlich dekoriert

Die Klosterkirche brannte 1978 aus und wurde danach umfassend restauriert. Der “neue” Hochaltar wurde um die 1700 angefertigt und stand früher in Bellwald (Wallis). Auffallend die in der Decke des Chors eingelassene Uhr. Heute dient das Kloster Beinwil als ökumenische Begegnungsstätte. Im 1594 erstellten Speisshaus kann man sich in der Selbstbedienungscafeteria einen Kaffee anbrühen. Geschirr muss selber abgewaschen werden. Im Klosterladen gibts geistlichen Tand und weltlichen Trödel zu kaufen. Die Stiftung wird weder durch den Staat noch durch die Kirche finanziert. Wir haben ein Stück Beibler Käse gekauft. Leider erwies sich das in Glasflaschen angebotene Beibler Wasser als Beinwiler Quellwasser. Zu gerne hätte ich meine Fonduekirschvorräte mit Kirsch aus dem Schwarzbubenland ergänzt. Wer Stille und einfachen Lebenstil sucht, ist hier gut aufgehoben. Übernachten kann man auch hier, die Betten müssen halt selber gemacht werden.

Der Ortsname geht auf einen althochdeutschen Personennamen zurück. Das Gemeindewappen, das auf das 17. Jahrhundert zurückgeht, wird dennoch von zwei schräggestellten Knochen geziert.

CH-4229 Beinwil 3_2012 01 03_2155

Beinwiler Knochen in der Lunette an der Decke, Lunettes ohne Knochen am Bildrand