CH-1323 Romainmôtier: Juwel Cluniazensischer Baukunst

Original: http://lamiacucina.blog/2011/11/20/ch-1323-romainmotier-juwel-cluniazensischern-baukunst/
Datum: 2011-11-20T04:00:55+02:00
Geändert: 2011-11-19T20:19:06+02:00
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Stiftskirche Romainmôtier

Abgeschieden in einer Talsenke zwischen den ersten Ausläufern des Juras, unweit von Orbe entfernt, liegt das ehemalige Benediktinerkloster Romainmôtier. Gemäss einer Legende wurde es vom heiligen Romanus in der Mitte des 5. Jahrhunderts gegründet. Es ist damit die früheste Klostergründung auf dem Boden der Schweiz. Nach einer ersten Zerstörung durch Alemannen wurde 632 eine zweite Abtei begründet nach den Regeln des Heiligen Columban. Im 9. Jahrhundert erlebte das Kloster wiederum eine Zeit des Niedergangs. Das Kloster, nunmehr im Besitz der Könige von Burgund wurde 928/29 dem Reformkloster Cluny übergeben. Die 909/910 in Cluny gegründetet Benediktinerabtei stand an der Spitze eines der wichtigsten Mönchsorden des Mittelalters. Seit dieser Zeit hatte Romainmôtier den Status eines Priorats, erst 1447 erhielt es wieder den Titel einer Abtei. Trotzdem wurden dem Kloster noch von König Rudolf  III. von Burgund und später von reichen Waadtländer Familien umfangreiche Schenkungen vermacht.

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Stiftskirche Romainmôtier

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Uhrturm und Südseite der Stiftskirche Romainmôtier

Nach dem Vorbild der zweiten Abteikirche in Cluny errichteten Cluniazenser Mönche bis 1027  im romanischen Stil eine neue Kirche. Die Güter des Priorats bildeten ein geschlossenes Territorium rund um das Kloster und umfassten zwölf Dörfer. Der Grundbesitz reichte aber bis ins Elsass und in das benachbarte Frankreich hinein. Diese Blüte hielt bis in das 15. Jahrhundert an. Aufgrund seiner Grösse, seiner Rechte und seines Grundbesitzes bildete das Priorat Romainmôtier eine Art Kleinstaat.

Mitte des 15. Jh. gelangte Romainmôtier an Angehörige der Herzöge von Savoyen, also in weltliche Hände.  Die Einkünfte des Klosters wurden abgezweigt, die Klosterregeln immer weniger respektiert. Das Amt des Priors wurde nur noch an Günstlinge der Savoyer vergeben. Nach der Eroberung der Waadt durch Bern wurde das Kloster 1536 aufgehoben. Grund für die sofortige Säkularisation waren wohl die engen Verbindungen mit Savoyen. Widerspenstige Mönche, die den neuen Glauben nicht annehmen wollten, wurden ausquartiert und vertrieben. In der Folge wurden der Kreuzgang und die Konventsgebäude mit Ausnahme des Priorhauses abgebrochen, und die Klosterkirche 1537 in eine reformierte Pfarrkirche umgewandelt.

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Reste des von den Bernern abgebrochenen Kreuzganges

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Stiftskirche Romainmôtier: Vorbau zum Narthex

Das aus dem 13. Jahrhundert stammende Priorhaus diente nach der Säkularisation des Klosters dem bernischen Vogt von Romainmôtier als Amtssitz und Schloss. Es erfuhr im 16. und 17. Jahrhundert einige Umbauten.

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Schloss Romainmôtier, Amtssitz der Berner Herren

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Scheune hinter dem abgebrochenen Kreuzgang

Die Stiftskirche gilt als eines der ältesten Gebäude der Schweiz im romanischen Stil. Die Basilika besitzt einen kreuzförmigen Grundriss: ein dreischiffiges Langhaus mit einem Querschiff und einem Vierungsturm mit flachem Pyramidendach, das in einem spitzen Nadelhelm ausläuft. Die ursprünglichen drei Apsiden sind nicht mehr erhalten, sie wurden im 14. und 15. Jahrhundert durch rechteckige gotische Kapellen ersetzt. Die archäologischen Grundrisse der verschiedenen Bauetappen finden sich hier.

Im Innern enthält die Stiftskirche einen Ambo (frühe Form der Kanzel) des Vorgängerbaus aus dem 8. Jahrhundert der die Reformation unbeschadet überdauert hat. Schöne Fresken aus dem 14. Jahrhundert und das aus dem 15. Jahrhundert stammende Chorgestühl.

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Das Innere von St. Pierre et St. Paul

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Gotik und Romanik, einträchtig nebeneinander

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Kreuzgewölbe mit auch für reformierte Augen unverfänglichen Mustern

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Von den Bernern mit weisser Tünche übermalt

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Die Luft flimmerte warm draussen, sorry, den Beitrag musste ich immer wieder verschieben

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Ingeniöse, artesische Wasserumleitung im Schlossgarten

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Hier findet das Herz klösterliche Ruhe... und etwas zu essen

Das Dorf ist klein. Etwa 400 Einwohner. Gegessen haben wir in Croy, im Dorf nebenan, in der Rotisserie au gaulois, einfach, aber gut gekocht. Den Kaffee nimmt man am besten im fleur de farine, der dörflichen Bäckerei mit freier Sicht in die Backstube, wo jedoch am Nachmittag Backruhe herrschte.

Quellen: wiki und Commune de Romainmôtier-Envy