Schloss Oberhofen liegt in der Gemeinde Oberhofen am Thunersee. Der mächtige Bergfried der einstmaligen Wehrburg Oberhofen entstand wohl im frühen 13. Jh. Der Besitzer, Walter von Eschenbach, wurde von König Albrecht von Habsburg (vermutlich) gezwungen, die Burg den Habsburgern abzutreten. Walter rächte sich 1308 zusammen mit weiteren Verschwörern und ermordete König Albrecht von Habsburg. Nach der Schlacht von Sempach (1386) besetzten bernische Truppen Oberhofen. Burg und Herrschaft gingen an die Familie der Scharnachthal über, hernach an andere bernische Patriziergeschlechter.
Die Schlosskapelle, die Niklaus von Scharnachthal 1473 gestiftet hat, enthält u.a. Fresken, welche die Marter der zehntausend Ritter der thebäischen Legion thematisieren. Ein Zusammenhang mit der Schlacht von Murten, die – wie schon die Schlacht bei Laupen – am 22. Juni, dem Zehntausendrittertag, siegreich geschlagen worden war.
1652 bis 1798 war das Schloss Sitz bernischer Landvögte und gelangte 1801 in Privatbesitz. 1844 erwarb der Oberzeremonienmeister am preussischen Hofe, der neuenburgisch-preussische Graf Karl Friedrich von Pourtalès das Schloss. Diese erfuhr um die Mitte des 19. Jahrhunderts bedeutende Umgestaltunge. 1926 gelangte das Schloss für ein Trinkgeld (Fr. 750’000) an den Amerikaner William M. Measey, der es 1940 in eine Stiftung einbrachte. 1954 wurde hier ein Filialmuseum des Bernischen Historischen Museums eröffnet. Das Schloss beherbergt das bedeutendste Wohnmuseum am Thunersee mit einer umfassenden Ausstellung zur bernischen Wohnkultur mit Interieurs des 16. bis 19. Jahrhunderts. Ab 2009 wird das Museum als selbständige privatrechtliche Stiftung.geführt
Während Frau L. das Seetürmchen (geistig) zur Teestube ummöbliert, steige ich in die oberste Etage des Bergfrieds in den türkischen Selamlik, ein dem Grafen de Pourtalès vorbehaltener Rauchsalon. Gerne hätte ich mich auf eine der Ottomanen gesetzt. Musste aber mit einem Plastikstapelstuhl vorliebnehmen.
Quellen:
Schloss Oberhofen
wiki
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