Wir sind einfach losgetrudelt, Mitte Oktober, Richtung Genfersee. Eigentlich war nur ein Bistrotbesuch beabsichtigt. In Cully war ausgerechnet vor der altehrwürdigen Auberge du Raisin ein Parkplatz frei. Ein Wink des Schicksals. Also haben wir hier erst gut gegessen, danach haben wir uns in den Hafen von Cully gesetzt, und uns das Treiben im Paradies angeschaut.
Das Unesco-Welterbe Lavaux über dem Genfersee umfasst 14 Gemeinden auf einer Fläche von 898 Hektaren. Davon werden in sechs Weinbaugebieten mit AOC 574 Hektaren für Rebenpflanzungen genutzt. Die Weinbaugebiete heissen: Lutry, Villette, Saint-Saphorin, Epesses, Dézaley und Chardonne.
Die steilste Weinbauzone liegt im Dézaley (54 Hektaren) und wurde von Zisterziensermönchen in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts angelegt.
Menschenhand hat hier die Natur zur Terassenlandschaft geformt. Die Weinberge, Terrassen und Dörfer mit Blick auf den Genfersee und die Alpen machen das Lavaux zu einer Region von aussergewöhnlicher, atemberaubenden Schönheit. Die Strassen sind eng, und während der Traubenlese teilweise gesperrt, dennoch hat es wegen der heuer frühen Weinlese Anfang Oktober zu einer Fahrt durch die Route de la Corniche gereicht.
An der Seestrasse in Rivaz sind wir, natürlich rein zufällig ;-), noch ins neue Vinorama geraten. Hier können sämtliche Weine des Lavaux, gegen 200 unterschiedliche Weine, degustiert und gekauft werden.
Und weil es so schön war, die gleiche Strecke wieder zurück. Bis uns ein lautes Brummen aus unserm Paradies holte.
wer wird denn da gerettet ?
Die Traubenernte ! In den steilsten Reblagen im Dézaley werden die Trauben nach der Ernte per Helikopter auf die nächstliegende Strasse transportiert. Deshalb sind hier die Weine wohl etwas teurer als in ebenen Lagen.
Ich meinerseits konnte mir auch ein paar lebensrettende Fläschchen retten. Bei den Produzenten sind sie etwas billiger als im Vinorama.