CH-4600 Olten: Der Nullstein der schweizerischen Centralbahnen

Original: http://lamiacucina.blog/2011/08/14/ch-4600-olten-nullstein/
Datum: 2011-08-14T04:00:57+02:00
Geändert: 2011-08-13T07:28:59+02:00
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Bahnhof Olten

Während in Nordamerika bereits in den 1840er Jahren Tausende Kilometer Bahngeleise gelegt wurden, stritt man im eidgenössischen Staatenbund zwischen den liberal-progressiven und den konservativ-katholischen Kantonen um Konfessionsfragen. Erst als im Jahre 1852 im Eidgenössischen Parlament ein historischer Grundsatzentscheid zugunsten des Eisenbahnbaus auf privatwirtschaftlicher Basis fiel, wurden der Bau einer Vielzahl von Bahnen und Bähnli zügig vorangetrieben. Die Centralbahn sicherte sich die Konzessionen u.a. für die Strecken Basel-Bern, Olten-Luzern. Durch das Vernetzen mit den Linien der Nordostbahn (Zürich-Romanshorn) wurde Olten zum Knotenpunkt der wichtigen schweizerischen Eisenbahnlinien.

Bahnstrecken werden in ihrer Länge bezogen auf die Horizontale präzise vermessen. Das Messergebnis wird als Distanzeinteilung an der Strecke mit Schildern, Tafeln, früher “Abtheilungszeichen” benannt, festgehalten.  Den Anfang zu jeder Skala bildet ein Nullstein, der meist am Sitz der damaligen Bahndirektion gesetzt wurde. Gemessen wurde damals noch in Wegstunden zu 16’000 Fuss, das Ende jeder Stunde (4,8 km) markierte ein Stundenstein. Den Null-Stunden-Stein der Centralbahn habe ich mir in Olten angeguckt. Seine Überreste sind beim Gleis 12 in die Wand einbetoniert. Nach der Einführung des metrischen Systems in der Schweiz, 1875, musste die Vermessung metrisch nachgeführt werden. Basis blieben aber die Nullsteine.

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Nullstein: Schweizer Kreuz mit erhabener Null

Das Städtchen Olten wird einer Gründung der Grafen von Frohburg zugeschrieben. 1422 verbrannte das Stadtarchiv. Genaueres ist somit nicht überliefert. Basel, das seinen Herrschaftsbereich gerne ausgedehnt hätte, verzichtete auf einen Kauf der abgebrannten Stadt, so gelangte diese 1426 pfandweise, 1532 definitiv, in den Besitz der Stadt Solothurn.

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Olten, Altstadt mit Alter Brücke

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Alte Holzbrücke, schwarz-weiss, da fehlbelichtet

Die eigentliche Altstadt ist winzig, sehenswert sind die alte Holzbrücke über die Aare, ein alleinstehender, ehemaliger Kirchenturm, ein Kapuzinerkloster.

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Alte Holzbrücke

Nach dem Dreissigjährigen Krieg und der Abwertung der Währungen kam es in den Kantonen des westlichen, schweizerischen Mittelandes zu Bauernaufständen. Die Unterstützung der Bauern kostete die Stadt Olten im Jahr 1653 sämtliche politische Privilegien und degradierte Olten zu einem gewöhnlichen Untertanenstädtchen. Stadtrecht und Siegel wurden der Stadt Olten erst wieder durch die Helvetische Republik 1800 übergeben.

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Stadtkeller mit Malerei über den Bauernaufstand

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Marktgasse

In der Neuzeit beschleunigte der Eisenbahnknotenpunkt die industrielle Entwicklung des Ortes. Zeitweise zählte die Stadt bis zu 20’000 Einwohner.
Das früher schweizweit bekannte Bahnhofbuffet, ein beliebter Treffpunkt, ist heute eine Ablage der italienischen Autogrill-kette. Pizza, Pangasius und Pasta mit Pomodoro. Trostlos. Sogar der in italienischen Autobahnraststätten meist ordentliche Espresso ist hier um eine Klasse schlechter.

Quellen: wiki, Mittellandzeitung, Ausgabe 15. Juli 2010