CH-6201 Sempach: Am Ende bleiben nur Knochen

Original: http://lamiacucina.blog/2011/06/19/ch-6201-sempach-am-ende-bleiben-nur-knochen/
Datum: 2011-06-19T04:00:54+02:00
Geändert: 2011-06-16T09:31:17+02:00
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Sempach: Blick aufs Sursee-Tor

Das Städtchen Sempach liegt am Südostende des Sempachersees, etwa 20 km nördlich von Luzern. Vor gut 800 Jahren gründeten die Habsburger damals entlang dem Weg von Basel nach Italien über Luzern etliche Städtchen, um sich die Zolleinnahmen des zunehmenden Warenverkehrs über den Gotthard  abzusichern. 1220 erhielt die Gemeinde von den Habsburgern das Stadtrecht. Das Städtchen ist heute noch klein, rund 4000 Einwohner.

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Blick vom Sursee-Tor auf das Luzerner-Tor

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Blick auf das Luzerner-Tor

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Schweiztümelnde Fresken im Stil des ausgehenden 19. Jahrhunderts

Das Löwen- oder Nationaldenkmal wurde 1886 zur 500-Jahrfeier der Schlacht bei Sempach zu Ehren von Petermann von Gundoldingen, dem Anführer des Luzerner Harstes und Winkelried errichtet. Im Hintergrund die 1831 im klassizistischen Stil errichtete Pfarrkirche St. Stefan.

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Winkelrieddenkmal und Pfarrkirche St. Stefan

Inmitten der Stadt fällt der Fachwerkbau des ehemaligen Rathauses der Stadt auf. Erbaut 1474. Die offenen Lauben dienten dem Warenhandel.

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ehemaliges Rathaus, davor Rathausbrunnen mit Löwe (1555)

Obwohl rechtlich noch zu Habsburg gehörend, betrieb die Stadt Luzern (wie auch Bern und Zürich) im 14. Jhdt. eine aggressive Expansionspolitik. Nach dem Luzerner Überfall auf Rothenburg schloss Sempach 1386 ein Burgrecht mit Luzern, das brachte das Fass zum überlaufen. Leopold III von Habsburg sammelte mit Mühe und grossem Geldeinsatz den schwäbischen und Aargauer Adel in Brugg hinter sich und marschierte gegen Luzern. Bei Tagesanbruch des 9. Juli 1386, einem heissen Sommertag, brach das Habsburger Ritterheer von Sursee in Richtung Sempach auf, wo die beiden Heere in der Morgenfrühe aufeinander trafen.

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Ausschnitt aus dem Schlachtfresko (16. Jhdt.) in der Schlachtkapelle Sempach

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Kapelle auf dem ehem. Schlachtfeld

Die Habsburger wurden empfindlich geschlagen. Den Verlauf der Schlacht kann man hier nachlesen. 1393 wurde hier der Sempacherbrief ausgehandelt. Die Zugehörigkeit von Sempach zu Luzern wurde von den Habsburgern erst 1415 anerkannt. Das Burgrecht mit Luzern wandelte sich bis Ende des 16. Jh. zum Untertanenverhältnis.

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Was bleibt, sind Knochen

So viele Knochen ohne Fleisch geben Hunger. Mittag gegessen haben wir in Sursee. Bei Amreins. Nein, kein ossobuco, Kalbszitronenschnitzel mit Gemüse und Kartoffeln. Eine tolle Entdeckung mit erstaunlichem Preis/Leistungsverhältnis.

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Erholung vom Getöse der Schlacht am Ufer des Sempachersees

Danach besichtigten wir noch die alte Pfarrkirche Sempachs ausserhalb der Stadt, Sankt Martin auf Kirchbühl, mit Beinhaus und ummauertem Friedhof. Die Kirche wurde etwa um das Jahr 1000 erbaut, im 13. Jhdt. erweitert, der Chor 1583 neu erbaut. Innen mit den Konturen von in frühern Jahrhunderten mehrfach übermalten Fresken aus dem 13. Jhdt..

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Sempach: St. Martin auf Kirchbühl

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Sempach: St. Martin auf Kirchbühl, innen