Das winzige Städtchen liegt auf einer Felszunge oberhalb des Rotbachtobels nördlich von Emmenbrücke, Nähe Luzern. Seit die alte Gotthardstrasse Basel-Luzern 1761 weitab westlich verlegt wurde, verlor Rothenburg an Bedeutung und ist heute eine Luzerner Agglomerationsgemeinde.
Die Freiherren von Rothenburg waren eine der mächtigsten und kriegerischsten Familien der ganzen Region, welche die aufstrebende Stadt Luzern befehdeten. 1285 starben sie aus, ihr Besitz fiel an die Habsburger. Diese verliehen Rothenburg im Jahr 1371 das Stadtrecht, um es als Gegenmacht zur eidgenössisch gewordenen Stadt Luzern zu stärken. 1385 eroberte Luzern Rothenburg, schleifte Burg und Stadtmauern und degradierte die Stadt zum Flecken. Die Eroberung war einer der Auslöser des Sempacherkriegs 1386. Ein Jahr nach der Schlacht von Sempach übernahmen die Luzerner die Macht.
Ein Flecken ist das Städtchen heute noch, trotz mittlerweile 8000 Einwohnern. Zu sehen gibt es wenig, eine wundervolle, alte Holzbrücke (die alte Gotthardstrasse) die 1715-1717 als Ersatz für eine ältere Brücke erbaut wurde. Die nahegelegene Kirche von Bertiswil, die seit 1173 besteht, ist eine der wenigen Kirchen des Kantons Luzern, die das Zeitalter des Barocks und das 19. Jahrhundert ohne allzustarke Eingriffe überdauert und ihren mittelalterlichen Charakter bewahrt hat.
Gastronomisch ist mir im Ort lediglich die Aktion 3 für 2 Meitschibeine (Mädchenbeine) aufgefallen. Was macht man denn mit einem einzelnen Bein ? Bald findet im katholischen Luzern und seinem Hinterland die freizügige Fasnacht statt. Vielleicht findet man hier das fehlende Bein samt Oberteil. Zum Rezept.