D-79713 Bad Säckingen: Behüt Dich Gott…

Original: http://lamiacucina.blog/2010/10/24/d-79713-bad-sackingen-behut-dich-gott/
Datum: 2010-10-24T04:00:37+02:00
Geändert: 2010-10-23T20:45:57+02:00
Kategorien: Besuch in..
Schlagworte: Keine
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Rheinbrücke, rechts das Schweizer Ufer

Selten genug, dass sich Familie L. über die Grenze in deutsche Lande wagt. Ende September passierten wir die deutsche Grenze bei Säckingen, 30 km oberhalb Basels. Keine Grenzbeamten, keine Zöllner, die uns anhielten. Dieselbe Sonne, die uns auf der andern Seite des Rheines erwartete.

Die Stadt Säckingen entstand auf einer Rheininsel im Umfeld des gleichnamigen Klosters, dessen Gründung für das 7. Jahrhundert angenommen wird. Im Jahre 1272 zerstörte ein Brand große Teile der Stadt, darunter auch die Stiftskirche. Um 1300 wurde mit dem Bau des gotischen Fridolinsmünsters begonnen. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde der Bau mit Elementen des Barockstils erneuert. Die Gebeine des heiligen Fridolin werden daselbst in einem reich verzierten Silberschrein aufbewahrt.

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Fridolinsmünster

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Fridolinsmünster

Das Mittelalter war geprägt durch eine Zeit harter Auseinandersetzungen zwischen Stift und der aufstrebenden Stadt. Während des Freiheitskampfes der Schweizer gegen Habsburg-Österreich Ende des 14. Jahrhunderts erlitt der Stift schwere wirtschaftliche Einbussen. Am Ende vergab das Stift die Städte Säckingen und Laufenburg als Lehen an den Herzog von Österreich, wodurch diese Städte vollständig unter Habsburger Hoheit gerieten.

1445 erreichte der Kampf um die Schweiz auch Säckingen; eine Belagerung durch Basler Truppen und ein langer Aufenthalt der Habsburger Besatzungstruppen verschlechterten die Lage sehr. Letztlich verpfändete Herzog Sigmund von Österreich Säckingen mit den Waldstädten und der Umgebung an Herzog Karl den Kühnen von Burgund. 1499 plünderten Schweizer während des Schwabenkrieges das Land.

1467 erhielt die Stadt von den Habsburgern die volle Gerichtsbarkeit und wurde damit nahezu unabhängig bis zum Übergang an das Großherzogtum Baden im Jahr 1806. 1830 wurde der rechte Rheinarm zugeschüttet.

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Altstadtimpression

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Fuchshöhle

Gegessen haben wir im daselbst besten Restaurant, der Fuchshöhle, durchwegs ausgezeichnet gekocht, teilweise etwas chichi angerichtet. Frau L. konnte sich das Lachen kaum verbeissen, als ihr auf der Vorspeise, ein Krokant-Millefeuille mit Gänselebermousse, ein Plastik-Minipipettchen mit 3 Tropfen Orangenöl gefüllt, garniert mit wildem Kerbel (bitter) und Klee (bitter) gereicht wurde. Ich hatte eine Trilogie vom Steinpilz, Cappuccino auf Pumpernickel, gebraten und als Süppchen. Garniert mit wildem Kerbel. Hauptgericht Geschnetzeltes Kalbfleisch. Garniert mit wildem Kerbel. Köstlicher Pinot noir vom Kaiserstuhl. Serviert ohne wilden Kerbel.

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Kater Hiddigeigei (Scheffel)

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historisierender "Wehrturm"

Am Rhein direkt neben der Altstadt liegt Schloss Schönau. Errichtet zwischen 1600 bis 1680 von Hans Kaspar von Schönau. Ursprünglich verfügte das Gebäude über vier Ecktürme. Bei Umbauarbeiten während des späten 17. Jahrhunderts wurden jedoch die beiden nordostseitig gelegenen Türme abgerissen. An ihrer Stelle bekam die Südwestseite einen zusätzlichen Turm in der Mitte.

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Schloss Schönau

1928 erwarb die Stadt Bad Säckingen das Schloss und richtete darin das Hochrheinmuseum ein. Gezeigt werden die Geschichte der Stadt und der Region Hochrhein, archäologische Funde, Bilder, Karten und Möbel. Das Scheffelzimmer erinnert an den Aufenthalt des Karlsruher Dichters und Schriftstellers Joseph Victor von Scheffel (1826-1886) Er war ein im 19. Jahrhundert viel gelesener deutscher Schriftsteller und Dichter. u.a. des Trompeters von Säckingen.
Das folgende Zitat aus dem Werk macht den Inhalt des von Scheffel propagierten teutschen Nationalgefühls wilhelminischer Prägung deutlich:

Sind verdammt wir immerdar, den
Großen Knochen zu benagen,
den als Abfall ihres Mahles
uns die Römer hingeworfen?
Soll nicht aus der deutschen Erde
Eignen Rechtes Blum’ entsprossen,
Waldes duftig, schlicht, kein üppig
Wuchernd Schlinggewächs des Südens?
Traurig Los der Epigonen!
Müssen sitzen, müssen schwitzen,
Hin und her die Fäden zerren,
eines wüstverschlungnen Knäuels,
Gibts’s kein Schwert und andre Lösung?

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Trompeter von Säckingen

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derselbe

Die Geschichte des Trompeters von Säckingen dreht sich um die Liebesbeziehung des bürgerlichen Trompeters mit der adligen Tochter Maria Ursula von Schönau, die er trotz heftigem Widerstand deren Brüder um 1657 heiratete. Victor Ernst Nessler komponierte die gleichnamige Oper, hier ein Auszug mit dem Schlager: Behüt dich Gott, es wär zu schön gewesen, Behüt dich Gott, es hat nicht sollen sein!

Quellen: wiki und Bad Säckinger Geschichte

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