Hoch über dem Baldeggersee liegt Schloss Heidegg in Gelfingen im Luzerner Seetal. 1185 wurde das Geschlecht der Herren von Heidegg erstmals urkundlich erwähnt. Als unfreie Beamten (Ministerialen) standen die Heidegger im Dienst der jeweiligen Landesherren, zuerst der Kyburger, dann der Habsburger. Der geäufnete Grundbesitz beschränkte sich auf die nähere Umgebung. Seit dem 13. Jhdt. wird am Burghügel Rebbau betrieben.
Im 14. Jahrhundert geriet die Heidegg in den Sog der nach Landesherrschaft strebenden Stadt Luzern. Dank dem zuvor erworbenen Luzerner Burgrecht entging Heidegg im Vorfeld des Sempacherkrieg (1386), im Gegensatz zu den umliegenden Burgen, der Zerstörung.
Ende des 15. Jhdt. ging der Besitz an Stadtluzerner Ratsfamilien. Während der Reformationswirren wurde das Wohngebäude (Palas) zum Artilleriefort ausgebaut. Die Aristokratenfamilie Pfyffer stockte im ausgehenden 17. Jahrhundert den Bau zum heutigen Schlossturm auf. Die finanziell überforderte Familie veräusserte den Sitz 1700 an Luzern, das ihn sanierte und fortan als Staatsdomäne verwaltete. 1848 verkaufte der Kanton nach dem verlorenen Sonderbundskrieg das Schloss an den Gelfinger Schlossbauern, der im Schloss eine Heidegger Eigengewächs-Wirtschaft eröffnete.
1875 gelang dem begüterten luzernisch-amerikanischen Paar Pfyffer von Heidegg-Slidell der Rückkauf. Sie versahen das Äussere der Anlage mit burgenromantischem Dekor und machten 1912 das Schlossinnere wieder bewohnbar. 1950 schenkten die letzten Nachfahren das Schloss dem Kanton Luzern, der es öffentlich zugänglich machte.
Der Anfangs der 1950er Jahre angelegte Rosengarten geht übrigens auf eine Anregung des deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer zurück. Am Fuss des Rebhügels liegt der Weinbaubetrieb Schloss Heidegg. Der u.a. hier angebaute Zweigelt gedeiht hier in altem Habsburgerland ganz prächtig, wie ich anhand der gekauften Fläschchen eben herausgefunden habe.
Quelle: Schloss Heidegg