Es war einmal ein kleines Mädchen, dem war Vater und Mutter gestorben… ihr kennt bestimmt alle das Märchen vom Mädchen mit den Sterntalern… und wie es so stand und gar nichts mehr hatte, nicht mal mehr ein ganzes, dünnes Hemdchen… wollte das Mädchen neue Hemdchen. Also nahm ich das Mädchen bei der Hand und suchte die Hemden-Hexe auf, die tief im Süden des Landes ennet dem hohen Berg einen Fabrikladen hat, in welchem sie ihre dünnen Hemdchen von allerfeinsten Linnen um einen Drittel des Preises an arme, bedürftige Mädchen verschenkt… usw.
Vor Coldrerio, nahe der italienischen Grenze, kommt aber erst Lugano. Die funivia, eine Standseilbahn, führte uns wie ehedem vom Bahnhof im Nu mitten in die Altstadt. Mindestens 25 Jahre ist es her, dass wir hier in Ferien weilten. Das Petrarca, unser damaliges Lieblingsrestaurant, ist längst verschwunden. Wenigstens hängen die Salami der Firma Gabbani seit 1937 unverändert von den Laubengängen der Via Pessina. Überraschend, dass Gabbani seit März 2010 mitten in seinem neu umgebauten Delikatessparadies ein Restaurant (atelier della gastronomia) eröffnet hat. Hier haben wir ganz nett und leicht gegessen: Ein guter Salat, Gnocchi an Cherrytomatensauce mit Rucola und Parmesanspänen. Kokosspuma mit Rumeis. Danach Füsse vertreten in der Via Nassa, der Flaniermeile von Lugano.
Wenige Schritte nur sind es zum See oder auf den Piazza Riforma, allwo man bei Vanini oder im Federale seinen Kaffee einnimmt. Wesentlich gepflegter ist er jedoch im Grand Cafè in der Via Nassa zu kriegen.
Nach dem sich Frau L. mit ein paar 🙂 neuen Hemdchen bei der Hexe eingedeckt hatte, gönnten wir uns eine Ruhepause mit perlendem Getränk am See, in Bissone, direkt am Seedamm von Melide. Anschliessend tauschten wir den gemachten Gewinn gegen Treibstoff um, schliesslich wollten wir ja wieder nach Hause. Wie gewonnen, so zerronnen. Oder doch Hans im Glück ?