Jedesmal, wenn wir in Chiavenna sind, essen wir bei Passerini. Seit Jahren am selben Stammplatz. Beinahe jedesmal sitzt uns derselbe, fliessend italienisch sprechende Geniesser gegenüber, der hier sein Mittagsmahl als Stammgast einnimmt. Einheimische nennen ihn pittore: Maler. Diskret, wie Schweizer sich im Ausland benehmen, ging es lange, bis wir überhaupt merkten, dass es sich um einen Schweizer handelt. Seither wechselten wir bei jedem Aufeinandertreffen ein paar freundliche Worte. Nach den vorletzten Ferien kamen wir via Internet (!) zufällig in Kontakt und er lud er uns zu einem Atelierbesuch ein.
Die wichtigsten biografischen Daten des Künstlers sind auf seiner website einsehbar:
Der Rückzug aus der Stadt Zürich im Jahre 1982, als sich Bruno Ritter vorsätzlich in das enge, ländliche Tal Valchiavenna zurückzog, hatte in seinem Schaffen eine grosse Zäsur zur Folge. In seinen Werken setzt er sich mit breitgefächerten Themen auseinander: Der Berg, Metapher für die Einsamkeit, die Enge und Unausweichlichkeit des Tals, den hier wohnenden Leuten, die sich gegen die Naturgewalten wehren, der Konfrontation mit elementarster Natur und Kultur. Vor allem aber steht immer wieder die menschliche Gestalt in all ihren Verwandlungen im Mittelpunkt seiner Arbeit. Interessierten möchte ich die homepage von Bruno Ritter nahelegen, die seine Entwicklung mit sehenswerten Bildern dokumentiert.
Vor dem Atelierbesuch haben wir uns bei Passerini gestärkt, u.a. mit einem Steinpilzsoufflée an leichter Safransauce und dem besten Flan Caramel, den wir auswärts je gegessen haben.