Es gibt Ortschaften, durch die man, weil sie die Eigenschaft haben am Nachhauseweg zu liegen, immer wieder kommt. Nie sind sie Reiseziel, immer nur Durchgangsstation. Bestenfalls gut, um einen Kaffeehalt einzulegen. Wangen an der Aare ist ein solcher Ort. Nahe der Autobahn Bern-Zürich gelegen, hält hier keiner freiwillig an. Warum auch nicht ?
Das Städtchen ist so klein, dass man, kaum beim einen Tor herein, gleich zum andern wieder rausfällt. Deshalb vermutlich die leichte Krümmung, damit allfällige Feinde die Kleinheit des Widerstandes nicht einschätzen konnten.
Die grosse, Schlossanlage, die einen Teil der Stadtbegrenzung bildet, wurde um 1407 von den Kyburgern erbaut, später von den Bernern als Landvogteisitz genutzt. Noch heute sind im Gebäude Teile der regionalen Verwaltung einquartiert. Die Siedlung wurde an strategisch wichtiger Stelle an einem Aareübergang erbaut. Sie schützte diesen und war deshalb von militärischer Bedeutung, war Zoll- und Etappenort für die damalige Aareschifffahrt. Ausserdem, dass wir hier gelegentlich unsern Kaffee trinken, gibt es ein reiches Vereinsleben: unter vielen anderen sind mir der Kaninchenzüchterverein, der Kanu-Verein Aare-Indianer, das Wirtekonsortium Culinarium und eine Trachtengruppe aufgefallen.
Beeindruckend die gedeckte, einspurige Holzbrücke über die Aare aus dem frühen 15.Jahrhundert. Dieses Bild vom Februar, mit spiegelglatter Aare. Welche Betonbrücke würde so lange halten ?