CH-6210 Sursee: Unterwäsche und Wirtshäuser

Original: http://lamiacucina.blog/2009/04/05/ch-6210-sursee-unterwasche-und-wirtshauser/
Datum: 2009-04-05T04:00:44+02:00
Geändert: 2009-09-24T11:03:30+02:00
Kategorien: Besuch in..
Schlagworte: Keine

CH 6210 Sursee 0_2009 03 12_8984

Sursee, am oberen Ende des Sempachersees gelegen, zwischen Olten und Luzern. Schuld am Besuch dieser Kleinstadt ist die Firma Nivea. Und das kam so: Seit 1 Jahr benutze ich die Deos dieses erfolgreichen Unternehmens: Männerlinie. Das darin enthaltene, aggressive Aluminiumsalz hat es aber fertiggebracht, all meine Unterwäsche innerhalb kürzester Zeit anzufressen, zu durchlöchern, zu verfärben, allenfalls noch als Putzlumpen geeignet.

Nun begibt es sich aber, dass das grösste Schweizerische Unterwäscheunternehmen (die Schweizer C., nicht die Nina von C.) ihren Hauptsitz samt Fabrikladen in Sursee aufgeschlagen hat. Darin habe ich mich auf meine, nicht auf Kosten der Nivea, in Sachen Weisswaren vollständig rundumerneuert. Nein, kein Feinripp. Anlass um dem Städtchen einen Besuch abzustatten.

das spätgotisches Rathaus

das spätgotische Rathaus

Becksches Haus

Becksches Haus

Der Ort geniesst seit 1299 Stadtrechte, die von den Grafen von Kyburg (wir sind ihnen schon in Freiburg begegnet) im 13. Jhdt. und die Habsburger im 14. Jhdt. durch Handels- und Zollrechte erweitert wurden. 1415 wurde Sursee durch die Luzerner erobert, konnte sich aber als wichtiger Etappen- und Marktort an der alten Gotthardroute und als Sitz wichtiger Klöster gewisse städtische Rechte und Freiheiten im luzernischen Untertanenland wahren.

St. Urbanhof

St. Urbanhof

Stadttheater Neubau 1926

Stadttheater Neubau 1926

Sehenswert u.a. das Untertor (Titelbild), das spätgotische Rathaus mit dem Pranger, das 1631 im Renaissancestil erbaute Wohnhaus für den späteren Schultheissen Ludwig Schnyder von Wartensee (Beck’sches Haus), der St. Urbanhof, in welchem Herzog Leopold III. von Österreich vor der Schlacht bei Sempach rastete. Merkwürdig das Stadttheater, das von einem Theaterverein und begeisterten Laien seit über als 200 Jahren bespielt wird. Das in einem Ort mit 8700 Einwohnern (!). Die Lustige Witwe ist eben abgespielt, aber rufus ist ja fleissig am üben.

Auffallend die vielen prachtvollen Wirtshausschilder, die auf die Vergangenheit des wichtigen Etappenortes an der Gotthardroute hinweisen. Senkt man jedoch den Blick vom Wirtshausschild in das aktuelle Lokal, befällt einen tiefste Depression. Pubs, Bars, Kneipen, Cafés. Nichts mit Kutteln nach Mailänder Art. Das war einmal. Mittagessen für Fr. 2- (ca. 1.30 €) sowieso.

Gegenwart und Vergangenheit

Gegenwart und Vergangenheit

Vergangenheit und Gegenwart

Vergangenheit und Gegenwart

Löwen: Bar

Löwen: Bar

Hirschen: Café

Hirschen: Café

Krone: Laden

Krone: Laden

Schwanen: Bar

Schwanen: Bar

Erwähnung verdient auch der Gansabhauet. Bei diesem Volksfest, das alljährlich an Martini stattfindet, wird eine (tote) Gans über einer Bühne vor dem Rathaus aufgehängt. Junge, mit rotem Mantel und Sonnenmaske verkleidete junge Leute versuchen abwechslungsweise,  ohne etwas zu sehen, der Gans in einem Säbelhieb den Kopf vom Rumpf zu trennen.

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Bahnhöfli mit Mäxle

Bahnhöfli mit Mäxle

Gegessen haben wir ein sehr erfreuliches Mittagsmenu, gute Qualität zu anständigen Preisen, freundliche Bedienung, im Restaurant Bahnhöfli, ein im Laubsägelistil (19. Jhdt) erbautes, ehemaliges Bahnhofsgebäude der längst stillgelegten Sursee-Triengen-Bahn.

Aluminiumchlorohydrat wird übrigens von vielen Deo-herstellern, nicht nur Nivea, eingesetzt. Wirksam. Aber ein Wäschemörder. Hat lange gedauert, bis ich den Urheber identifizieren konnte.

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