Der Blitz hat mich auf der letzten Ausfahrt ins Val de Travers getroffen. Der rote Blitz. Bescheid: fast 200 €. Das bedeutet 2 Wochen zuhause absitzen, kein Restaurantbesuch im betreffenden Kanton, bis das Bussgeld wieder kompensiert ist. Das hält den Schaden im Rahmen. Spaziergang statt Ausgang.
Der Münsterhügel liegt im Zentrum der Stadt Basel. Der kleine Hügel unmittelbar am Rhein war aufgrund seiner strategischen Lage schon zur Römerzeit besiedelt. Ich beginne die Wanderung frühmorgens (im Winter ist das ja noch nicht so früh) am Fuss des Rheinsprungs, einer engen Gasse, die von der mittleren Rheinbrücke auf den Münsterplatz führt. Vorbei an der Gänseliesel, einem Kunstwerk von Samuel Buri, der das früher hier angebrachte Reklamebild einer Bettfedernhandlung hinter einem realistisch gemalten Baugerüst neu und witzig interpretierte. Südwärts exponierte Fotos stammen natürlich von einem Nachmittagsspaziergang.
Vorbei am weissen und blauen Haus, zwei imposanten Barockgebäuden, erbaut 1763-1775 für die Seidenbandfabrikanten Lukas und Jakob Sarasin. Die Masken über den Fenstern an der Rheinfassade sind Allegorien für die Jahreszeiten. Auf der Rückseite der Gebäude zeigen sich die beiden Palais mit zwei grossen Ehrenhöfen.
auf kleinem Umweg durch die Martinsgasse wieder in die Augustinergasse Richtung Münsterplatz.
Der Münsterplatz wurde im Mittelalter, während des Baus des Basler Münsters, und während Umbauten im 18. Jhdt. in seiner heutigen Form angelegt. Er wird von vielen spätgotischen Domherrenhäusern gesäumt, die nach dem Übertritt Basels zum Protestantismus von reichen Kaufleuten erworben und im 18. Jahrhundert in spätbarockem und klassizistischem Stil umgebaut wurden.
Die Bedeutung des Münsterplatzes nahm mit der Erweiterung der Stadt ab, er wurde zu einem ruhigen, noblen Wohnquartier, danach zum Verwaltungszentrum und für viele Jahre zum Parkplatz. So ist auch heute noch kein einziger Laden vorhanden, immerhin zwei gute Gaststätten. Zum mittelalterlich gepflästerten Münsterplatz liegt seitlich ein quadratischer Rosskastanienhain, in welchem der vom Tessiner/Solothurner Architekten Paolo Antonio Pisoni entworfene, 1784 eingeweihte Brunnen sprudelt.
Der Grosse Kreuzgang des Münsters mit seinen gotischen Masswerkfenstern birgt zahlreiche, kunstvolle Grabplatten bedeutender Basler, hier jenes des Mathematikers Jakob Bernoulli (1655–1705).
weiter durch die Rittergasse, vorbei am Olsperger Hof Richtung Bankenplatz.
Der Schilthof, ehemaliges Wohnhaus eines Teilhabers der Seidenbandfabrik Hoffmann-Forcart als Spiegelung in der Fassade einer Bank, deren Name mir entfallen ist. Weiter an den Theaterplatz mit dem humorvollen Fasnachtsbrunnen von Tinguely.
Tinguelybrunnen. An der Stelle der Bühne des alten Basler Stadttheaters, hat Jean Tinguely 1977 verspielte Maschinenskulpturen in ein grosses, flaches Wasserbecken gesetzt. Das Kunstwerk sprudelt, spritzt, schöpft ohne Unterlass und hüllt sich im Winter in einen zauberhaften, dicken Pelz aus Eis. Das Eis ist jetzt Mitte Februar leider schon wieder geschmolzen. Mit Fotoapparat sieht man die Stadt mit andern Augen an, als ohne. Der Spaziergang dauert keine halbe Stunde. Ich könnte denselben Spaziergang ein zweites und drittes Mal machen, ohne mich in den Bildern zu wiederholen.