
Heute ist Weinrallye, der Tag, an dem von an Wein interessierten Weblogs über ein zuvor bestimmtes Thema geschrieben wird. Heutiges Thema: Präsentiert eure Lieblings-Sekte zum Advent, Weihnachten und Silvester. Der event diesmal ausgerichtet durch Nikos Weinwelten
Mein Lieblingsschaumwein kommt aus der Schweiz. Damit wäre ich aber schon disqualifiziert. Deutscher Sekt soll es sein. In der Schweiz auf die Schnelle einen guten deutschen Sekt zu bekommen, ist nicht so einfach. Vier Läden habe ich in Basel abgeklappert. Exemplarisch dazu der Besuch in der Weinabteilung unseres Edelwarenhauses:
Deutscher Sekt ?
Haben wir doch, bitte hier: Bollinger, Klicko, Roederer.
Ich meine nicht Champagner, ich meine deutschen Sekt.
Mitleidiges Lächeln. Verweis auf die Bücketage.
Ich bücke mich, Bücken stärkt die Rückenmuskulatur des Kunden, sehe dort aber nur Prosecco und Cava.
Das ist aber kein deutscher Sekt.
Deutscher was? Haben wir nicht.
Beim Grossverteiler immerhin das Käppchen der Gebrüder Grimm und österreichischer Hochadel, den ich schon im Geschichtsbuch auf dem Wiener Kongress tanzen sah. Muss nicht sein. Gestern hatten wir Sauerkraut, da hätte ich Degustationsreste noch nutzbringend entsorgen können.
Kurz: Der Schweizer Markt ist im niederpreisigen Segment mit Prosecco und Cava gesättigt, nicht nur übersättigt, nein, überflutet. Kein Platz für deutschen Sekt.
Samstag Nachmittag. Letzter Versuch, im Weinladen der genossenschaftlichen Bezirkskellerei Markgräflerland im hintersten Kleinbasel am Bosporus doch noch fündig zu werden. Aus einer kleinen Auswahl greife ich mir den Solter Riesling brut 2005 aus dem Regal. Teilnahme gerettet. Im Fundes des Geschirrschrankes fanden sich für den Fototermin sogar noch Dessertkelche, damit die chose einen verruchten Anstrich erhält.
Solter Brut Rheingau Riesling Sekt b.A. 2005 (sfr 20.30)
klares hellgelb, saubere Zitrusnoten in der Nase, im Gaumen herbe Agrumen, vor allem Grapefruit, feine Perlage, die sonst gerne dominierende Rieslingsäure zurückgebunden. Ein erfreulicher Zufallsfund. Meine Ansicht, dass sich aus einem ordentlichen Rieslinggrundwein ein Schaumwein gewinnen lässt, der vergleichbare Chardonnayqualitäten locker hinter sich lässt, fand ich wieder einmal bestätigt. Sollen die Franzosen die Anbauflächen der Champagne ruhig auf Maisäcker ausdehnen.