Dem Weihnachtsrummel gehe ich seit Jahren aus dem Wege. Zuviel Kommerz. Den vom Tourismusbureau initiierten Basler Weihnachtsmarkt habe ich heuer zum ersten Mal besucht. Der liegt mir sozusagen vor der Haustüre und Nürnberg ist weit weg. Der Platz rund um die Barfüsserkirche ist mit Holzbuden nett hergerichtet und wirkt nach dem Eindunkeln recht stimmungsvoll. Angeboten werden Krippenfiguren aus Neapel und dem Südtirol, Anismodel, Gebasteltes, Kerzen, Glas- und Töpferwaren, Dresdner Stollen, Basler Leckerli, Glühwein, Backers, Würste, Holzofengebackenes Brot. Das typische Angebot von Weihnachtsmärkten. Alles nicht lebensnotwendig, aber hübsch oder wenigstens kitschig. Vielleicht darum die vielen fremden Besucher aus Ostasien auf dem Sprung nach Rothenburg und Nürnberg ?
Weihnachtsmarkt Barfüsserplatz
Weihnachtsbaum im Hof des Rathauses
Alpenländische Krippendevotionalien
Zugang durch die Theaterpassage
Glühwein und Grabtafeln
Stadthausfassade
Eher verstörend dagegen die weihnächtliche Reizwäsche-Offensive der Warenhäuser, Kleider-und Lingerie-Händler. Da wird das Fest der Liebe wörtlich und körperlich interpretiert. Auf Plakaten, Prospekten und in Schaufenstern wird mit aufdringlich erotischer Ästhetik für schwarze und rote Dessous geworben. Schaufensterpuppen und Models im Stripperinnen-look räkeln sich provokativ auf Tierfellen und Sofas. Oh du fröhliche Nacht, ein Fest mit Strings und Strapsen. Die Kassen klingeln. Rückzug in die eigene Festung, dort baue ich heute unsere alte Krippe auf, wie jedes Jahr, danach den Christbaum mit den geerbten, alten Christbaumkugeln. Auch wie jedes Jahr.
Warme Sachen zum Anziehen: Küchenstiefel des foodblogs Hüttenhilfe ?
Warme Sachen zum Ausziehen: oh du fröhliche Nacht ?
Allen Leserinnen und Lesern, regelmässigen wie zufällig verirrten, wünsche ich heute abend ein schönes Weihnachtsfest. Morgen gehts weiter mit Bildern von der Weihnachtskrippe. Ach ja, zu Essen gibts bei uns heute Abend Randensalat, Salami und Brot.