
Lebkuchen und Bratwürstchen. Traumatische Erinnerung an einen mehrtägigen Aufenthalt in Nürnberg vor 20 Jahren. Tellergross und Mehlstaubtrocken die einen, fett-triefend, fett-dampfend die andern. Wir haben die Stadt täglich nach kulinarischem Trost abgesucht, vergeblich. Das mag an fehlenden Spürhundqualitäten unsrerseits liegen. Nachdem ich gestern an Palettentürmen importierter Nürnberger Ramsch-Lebkuchen entlanggestolpert bin, mit denen mir meine COOP-Filiale den Weg zur Kasse verstellt, habe ich meine Zweifel, ob sich in der Nürnberger Lebkuchenindustrie in 20 Jahren was geändert hat.
Dabei gibt es eine Alternative. Unsere. 🙂 Der Stern unter Frau Curtius’ Plätzchen. Jene, die als erste aus dem Sortiment herausgeklaubt werden. Und das will schon was heissen. Deutsche Bekannte, an die Biertellergrossen Kuchen aus Nürnbergs Lebkuchenindustrie adaptiert, spötteln zwar jedesmal über unser “Konfekt”. Zu klein. Bucklicht statt flach. Spottet nur. Es hat noch genügend Tellerkuchen für Euch auf den COOP-Paletten. Mehrtägige Sättigungsgarantie inbegriffen. zum Rezept
Zutaten
3 Eier, klein
210 g Zucker
210 g ungeschälte, geriebene Mandeln (Reserve einplanen falls Teig zu nass)
Schale einer halben Bio-Zitrone, gerieben
1 Prise Salz
3 g Zimtpulver (alle Gewürze genau gewogen)
1.5 g Nelkenpulver
2.2 g Kardamompulver
70 g Orangeat
50 g Zitronat
ca. 60 runde Oblaten, 4 cm Durchmesser
Mehl: keines
für die Glasur:
100 g Zartbitterschokolade
50 g Butter
2 Elf. Wasser
Vorbereitung
(1) Orangeat und Zitronat kurz cuttern oder fein hacken.
(2) Eier und Zucker mit dem Schwingbesen der Küchenmaschine mindestens 10 Minuten schaumig rühren.
(3) Mandeln, Gewürze, Orangeat/Zitronat mit Teigkarte zu einer homogenen Mischung untermischen.
(4) Teig in Haushaltfolie einschlagen und 2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

Zubereitung
(5) 1 Tlf. Masse (Klösschen mit 2 Teelöffeln abstechen) auf eine Oblate plazieren (Bild).
(6) Auf Backpapier auf ein Tablett verteilen und mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ankühlen lassen.
(7) Backpapier auf Backblech ziehen und im gut vorgeheizten Backofen ca. 10 Minuten bei 180°C (Rille 2) “backen”, eigentlich eher antrocknen. Die Plätzchen nicht zu Makronen totbacken, sie müssen innen noch leicht feucht sein. Abkühlen lassen, dann überstehende Oblaten wegbrechen.
Glasieren
(8) Die Zutaten für die Glasur in einem Wasserbad von ca. 60°C schmelzen lassen und glattrühren. In ein aus Backpapier geformtes, spitzes Tütchen füllen und die abgekühlten Nürnberger damit tropfenweise überziehen.
Aufbewahrung
In dicht schliessender Plasticbox. Lagern bei 12°C.