Plädoyer für RezCard-Verwaltung, Version 1967

Original: http://lamiacucina.blog/2007/09/02/rezcard-verwaltung/
Datum: 2007-09-02T04:05:27+02:00
Geändert: 2020-02-19T15:23:31+02:00
Kategorien: Gourmandisen
Schlagworte: Admin

Rezeptkarte

Frau L., die allzeit ordnungsliebende, braucht keine Computer. Die Verwaltung ihrer Rezepte beruht auf Karteikarten. Seit 1967. Änderungen sind rasch nachgetragen. Sie hat sie immer zur Hand, auch am Kochherd, es sei denn, Herr L. hätte sie unter falschen Buchstaben abgelegt. Kochzeitschriften enthalten in der Regel kaum mehr als ein einziges brauchbares Rezept, das wird ausgeschnitten und auf die Karteikarte aufgeklebt. Der Rest kommt ins Altpapier.

Ganz anders bei mir. Meine eigenen Rezepte verwalte ich überhaupt nicht. Die liegen in mehr oder weniger geordneten Bücher-, Kochheft- und Zeitungsausschnitt-Stapeln, und in stetig wachsender Zahl gespeichert im Blog. Der PC ist ein Zeitfresser, allein das Aufstarten braucht mehr als 5 Minuten. Diese Zeit investiere ich lieber in das Suchen im Stapel. Der Ertrag ist zudem höher. Auf ein gesuchtes Rezept finde ich mindestens 5 andere. Und dann erst meine Freude, wenn ich ein Rezept wiederfinde, das ich seit Wochen gesucht habe. Ein unbeschreibliches Hochgefühl. 

Gabi von Crockyblog hat unlängst über hybride Rezeptkarten im PC berichtet. Damit habe ich auch die obige Karte geschrieben. Nett zum anschauen, aber wenig küchentauglich. Und für das allseits beliebte RezKonvSuite-Programm ist es für uns zu spät. Wir werden uns weiter mit unsern altmodischen, vergilbten, verfleckten Karten herumschlagen. Sie passen zu uns und wir zu ihnen. Wir altern mit ihnen und sie mit uns. Und am Schluss wird alles entsorgt. Soweit sind wir aber doch noch nicht. Das zur obigen Rezeptkarte passende Gericht kommt nächste Woche.