
Diese Americana-Trauben hätten zu einem würzigen Sorbet verarbeitet werden sollen. Aber wie jedes Jahr…, kaum sind welche im Haus, sind sie auch schon weggegessen. Ich brauche mich nicht zu bemühen, den Eismaschinenbehälter im Tiefgefrierer zu versorgen: sinnlos. Es sind wunderbar aromatische Tafeltrauben. Die Aroma-Bezeichnungen fragolino (Erdbeer), framboisier (Himbeere), Cassis (schwarze Johannisbeere, aber auch foxy (Fuchston, nach nassem Fuchsfell), Wanzengeschmack, Katzenseicher und Tessineraroma geben von der unterschiedlichen Geschmacks-rezeption einen Eindruck. Man mag sie… oder dann eben nicht. Wir mögen sie.
Aus dieser Traube hergestellte Weine gelten nicht als Qualitätsweine, sind auch nur regional bekannt. Das Aroma der Weine ist unter Weinkennern unbeliebt, wird sogar als Fehlton bewertet. Auch wenn es typische Weine für Coca-Cola-Trinker sind (die Literflaschen mit Kron-korkverschluss), tut das meiner Begeisterung für sie keinen Abbruch. Wo immer ich einen finde, muss ich Weinbanause davon eine (nur eine) Flasche haben (Burgenland: Uhudler, USA: Lake Niagara-weiss, Veneto, Piemont (Acqui-Terme): Fragolino bianco o rosé (auch als Schäumer), Tessin: Vino d’uva americana, zuweilen findet man ihn auch im Nostrano-verschnitt. Aus dem Trester wird ein ausgezeichneter Grappa gemacht.
Die Rebe ist im 19. Jahrhundert in den südlichen Alpentälern in Folge der Reblausepidemie eingeführt worden. Sie ist nach Wiki vermutlich eine natürliche Kreuzung amerikanischer Reben, also eine Rebsorte aus zwei verschiedenen, wild vorkommenden Arten (Hybridrebe). Sie bildet sehr früh kleine, dunkle Beeren, ist starkwüchsig, kälteunempfindlich und hat eine gewisse Reblaus-Resistenz.
Um ein Americana-Sorbet zu machen, müsste ich mindestens 4 Schachteln der Trauben gleichzeitig einkaufen. 3 von 4 zum Essen. Die letzte von 4 für das Sorbet, falls sie bis dann noch existiert. Das Sorbet ist übrigens himmlisch. Wäre himmlisch.