Russisches Ei

Original: http://lamiacucina.blog/2007/08/16/russisches-ei/
Datum: 2007-08-16T04:00:55+02:00
Geändert: 2010-02-26T06:48:41+01:00
Kategorien: Gemüse, Salate
Schlagworte: Ei

Russisches Ei
Als russische oder Fabergé-Eier werden Schmuckgegenstände in Form von Ostereiern bezeichnet, die von Carl Peter Fabergé (oder besser seiner Werkstatt) in St. Petersburg zwischen 1885 und 1917 angefertigt wurden. Kleine Meisterwerke in Gold, Email und Edel-steinen oder feinstem Porzellan. “Russisch Ei” ist aber auch ein altes Gericht der kalten Küche. In den 70-er Jahren als Dosengemüse-klassiker noch sehr beliebt, wird das Gericht heute in Restaurants kaum mehr angeboten. Als Dosenmischgemüse ist es noch erhältlich, wenn man sich in den Läden tief bückt. Frisch und gut zubereitet ist es aber ein leichtes, wohlschmeckendes Sommergericht. Und erst noch kalorienarm.  zum Rezept

Frau L.’s Variante beruht auf einer freien Adaption des “salade russe” aus dem Buch “Plats froids et hors-d’euvre, Le plaisir de la ménagère” von Madame F. Nietlispach (Ausgabe ca. 1932) . Da werden weder Eier gefüllt, noch Eier in Aspik versenkt oder gar Eier unter Mayonnaise-getränktem Dosenmischgemüse versteckt, sondern Frischgemüse einzeln nach Erfordernis knackig gegart, in Essig mariniert und mit einer leichten Sauce überzogen. Die Eier sind bei Frau L. nur Dekoration. Am Ende liegen immer alle zum Verzehr auf meinem Teller.

Zutaten
für das Gemüse z.B.:
1 Ruebli mittelgross
1/2 kleiner Kohlrabi
1/2 kleiner Zucchini
1 Kartoffel
1 Handvoll grüne Bohnen
3 Elf. Erbsen (aus dem Tiefkühler)
Russisches Ei Gemüsemischung

für die Marinade:
2 Elf. guter Weissweinessig
Salz, Pfeffer

für die Sauce:
120 g neutraler Joghurt (Frau L.’s täglicher Bifidus-Schlankheits-Yoghurt)
2 Elf. Mayonnaise light
Salz, Pfeffer, wenig Minze, 1 Prise Zucker, 1-2 Tlf. scharfer Dijon-senf.

für die Garnitur:
2-3 Eier hartgekocht
z.B. schwarze Oliven, Petersilie, Radieschen, Gartenkresse, Kopfsalatblätter, Tomaten, Rucola, Basilikum etc.

Zubereitung
(1) Knollen&Wurzel-Gemüse in etwa 1 cm dicke Scheiben schneiden und im Dampfsieb knackig garen. Beginnen mit Rüebli und Kartoffeln, dann Kohlrabi, am Schluss Zucchini-scheiben, die ganzen Bohnen und die Erbsen. Laufend mit einer dünnen Stricknadel Garproben machen und was gar ist, mit kaltem Wasser abbrausen und beiseitestellen. Die Scheiben in Würfelchen von max. 1 cm Kantenlänge schneiden. Bohnen in kurze Stücke schneiden.
(2) Das Gemüse mit der Marinade mischen und 1/2 Stunde stehen lassen, abtropfen, dann mit der Sauce vermischen, die Eier halbieren.

Anrichten
Salatblätter unterlegen, die angemachten Gemüsewürfel drauflegen und garnieren.

Anmerkung
Im Buch von Madame Nietlisbach werden noch Trüffelscheiben in den Salade gegeben. In meinem noch ältern kulinarischen Lexikon und Menubuch von 1908 hats noch Hummerfleisch, Schinken, Zunge in kleinen Würfeln drin, dressiert mit Mayonnaise-Aspic und serviert mit Kaviar. Die Zeiten ändern sich und wir mit ihnen.