Tarhonya

Original: http://lamiacucina.blog/2007/08/09/tarhonya/
Datum: 2007-08-09T04:10:44+02:00
Geändert: 2020-02-11T18:58:46+02:00
Kategorien: Pasta fresca
Schlagworte: Spätzli

Tarhonya gerieben
Tarhonya, eine Graupen-ähnliche Teigwarenform aus Ungarn. Wer wie Claudia Pici selbst macht, sollte auch Tarhonya herstellen :-D. In einer alten Ausgabe von Gourmet (Ausgabe 73) hab ich sie gesehen. Dort hat sie (vor Jahren) Rudolf Kellner vom Altwienerhof in Wien zu einem Pörkölt zubereitet. Als Teig nehme ich meinen Nudelteig, der ist ähnlich und den kenne ich aus dem effeff. Gemäss Rezept wird etwas Teig in die eine Hand genommen, und mit der andern Hand werden kleine Kugeln abgezupft. Ich kann mir die ungarischen Grossmütter so richtig vorstellen bei dieser Arbeit. Und hintendran warten die Gänse und kriegen ab und zu eine kleine Kugel zugeworfen. Falls ich Unsinn schwadroniere, muss Maci, die Ungarnspezialistin, halt eingreifen. Ich habe die Tarhonya gemacht, zu einem Paprikageschnetzelten, das kommt dann Morgen. Die Tarhonya schmecken gut, ähnlich wie die italienischen risone (reisförmigen Teigwaren) von denen Bolli so schwärmt. Ideal für Saucengerichte, Gulasch. zum Rezept

Zutaten
für den Teig:
200 g Hartweizengriess (Durum) + 100 g zum Abtrocknen
2 Eier (62g)
1 Tlf. Salz
2 Elf. Olivenöl
für den finish:
Butter zum Anschwenken
Salz, Pfeffer, Muskat, Paprikapulver

Zubereitung
(1) Eier und Oel mit einem Handmixer zu einer Emulsion aufquirlen.
(2) Griess, Salz und die Emulsion zu einem festen, zähen Teig verkneten.
(3) Teig in einem Suppenteller flachdrücken und mit Klarsichtfolie zudecken. Anschliessend im Kühlschrank über Nacht reifen lassen.
(4) Eine Schüssel mit etwa 100g Hartweizengriess bereitstellen. Kleine Kügelchen vom Teig abzupfen und in die Schüssel geben. Gelegentlich mit den Fingern durch die Schüssel fahren, damit die Kügelchen nicht verkleben.
Nach 10 Minuten habe ich aufgegeben und nach einer rationelleren Möglichkeit gesucht: in Internet-rezepten wird der Teig durch ein grobes Sieb gedrückt (ähnlich wie die Apotheker ein Granulat zubereiten). Da ich kein solches Sieb besitze, hab ich zu einem andern Apothekertrick gegriffen. Tarhonya am RaffelnIn meinem Raffelsortiment fand sich eine dieser Klingenreiben von Microplane (die grobe). Röstireiben sind zu grob, Bircherreiben zu fein. 2-3 mal den Teig über die Reibe ziehen, dann mit der andern Hand in den Griess greifen und mit dem Griess die kurzen Teig-würstchen abstreifen. Zwischendurch das Griess durch ein passendes Sieb absieben, um die angetrockneten Teigwaren abzutrennen. In 30 Minuten hatte ich meine Tarhonya fertig. Amerikanische Technik.
(5) In siedendem Salzwasser während etwa 2 Minuten al dente kochen, abgiessen.
(6) Abschmelzen mit etwas Butter und Würzen.

Anmerkungen
Die Tarhonya aus dem Gourmet Kochbuch sind entgegen dem Rezept bestimmt nicht manuell gezupft, sondern über ein Sieb gerieben worden. Die wären ja sonst unbezahlbar. Das letztlich abgesiebte, feuchte Hartweizengriess hab ich gleich wieder in einen Nudelteig eingesetzt und daraus aber fettucine gemacht, damit die story ein Ende findet. Feines Mehl ist ungeeignet, da es mit den feuchten Tarhonya verkleben würde. Griess bleibt beim Kochen im Kochwasser zurück.