Türggenribel

Original: http://lamiacucina.blog/2007/06/12/turggenribel/
Datum: 2007-06-12T04:00:34+02:00
Geändert: 2020-02-20T08:17:58+02:00
Kategorien: Mais&Polenta
Schlagworte: Mais

Türggenribel mit RatatouilleChristoph Columbus entdeckte den Mais in der Karibik und brachte die ersten Pflanzen nach Europa. Zunächst wurde er in Spanien und Italien angebaut, ersetzte wegen des höhern Ertrags in armen Schichten der Bevölkerung den teuren, raren Weizen. Später gelangte er in den Orient und zuletzt auch nach Mitteleuropa. Im 17. Jahrhundert langte er im föhnigen Rheintal an. Hier fand die wärmeliebende und robuste Maispflanze klimatisch ideale Bedingungen vor. Allmählich wurde der Türggen (von der Bezeichnung «grano turco», türkischer Weizen) rasch das Hauptnahrungsmittel der ärmeren, bäuerlichen Bevölkerung. Mit der neuzeitlichen Ernährung (Pasta) wäre er fast verschwunden, wurde als Arme-Leute-Gericht (Spottname: Hühnerfutter) zunehmend verschmäht. Dem Einsatz der Vereinigung Rheintaler Ribelmais ist der Beginn einer Renaissance zu danken, die in der Erlangung des AOC-Labels im August 2000 einen grossen Erfolg zeitigte. zum Rezept:

Zutaten
500 g Rheintaler Ribelmais (ersatzweise Bramata Mais)
3 dl Milch
4 dl Wasser
1 gestr. Elf. Salz
30 g Butter
5 Elf. Halbrahm

Zubereitung
(1) Mais in eine Schüssel vorlegen. Milch, Wasser und Salz miteinander aufkochen und damit den Mais überbrühen. Mindestens 3 h zugedeckt quellen lassen. (Oder Polentaresten verwenden).
(2) Die Hälfte der Butter in einer grossen Bratpfanne erhitzen und die Mais-Masse bei mittlerer Hitze langsam rösten. Geduld ! Wenn was ansetzt, laufend loskratzen. Den Rest der Butter portionsweise zugeben. Die Masse mit 2 flachen Holzschäufelchen immer wieder zerteilen (ribeln). Mit dem Verdunsten des Wassers wird die Masse immer trockener und lässt sich mit der Zeit in kleine Brösel zerteilen.Ribel in der Pfanne
(3) Nach etwa 30-40 Minuten, wenn der Ribel beinahe fertig geröstet (knusprig goldgelb) ist, den Rahm zugeben und nochmals kurz anrösten. Am Schluss knallts etwas wie bei Popcorn.

Anrichten
Der Türggenribel ist eine eher trockene, knusprige Angelegenheit und braucht eine nasse Beilage. (ich rede nicht vom Wein, das wäre ein anderes Thema). Übliche Beilage ist ein Apfelmus. Wir hatten noch etwas übriggebliebene Ofen-Ratatouille. Passte ausgezeichnet. Wäre der Mais so rar wie Kaviar, würde man ihn ebenso schätzen. Ich esse jedenfalls viel lieber Mais als Kaviar. In diesem Rezept schmeckt Mais so richtig konzentriert nach Mais.