Direkt am Ufer des Thunersees, südlich des Ausflusses der Aare, liegt Schloss Schadau. Es wurde 1846 bis 1854 in historisierendem Stil mit Anleihen an Tudor-Gotik, Loire-Schlösser und Neu-Renaissance für den Neuenburger Aristokraten und Bankier Abraham Denis Alfred de Rougemont an Stelle eines alten Landsitzes erbaut. Eigentlich wollten wir vor dem Besuch des Gastronomiemuseums im Schloss Schadau zuerst im Edel-Restaurant Arts im Parterre essen gehen. Es kam aber anders.
15 Gault-Millau-Punkte, gerühmte Küche, diskreter Service. Man hat uns einen sehr schönen Tisch angeboten, mit Blick auf den See, die Speisekarte vorgelegt und dann: nichts mehr. 15 lange Minuten kein Mensch im leeren Lokal zu sehen, einfach nichts und niemand. Geschäftiges Klappern und Schwatzen am Küchenpass und auf der Seeterrasse. Am Küchenpass nach einem Bier zu verlangen, schien mir angesichts der bombastischen Ausstattung des Restaurants unpassend, so haben wir uns erhoben und sind, ohne dass uns jemand vermisst hätte, ein Haus weitergegangen. Das Restaurant Arts sucht auf seiner website übrigens noch motivierte Servicemitarbeiter. Wen wunderts ?
Verhungert sind wir nicht. Im freundlichen Familienrestaurant der Familie Sotero Vacas Casa Sotero haben wir eine sopa castellana und tagliatelle asparago gegessen. Wie immer ausgezeichnet zubereitet von Pia Vacas und ihrem deutschen Koch Marco. Freundliche, ja herzliche und aufmerksame Bedienung durch den Patron. Ganz ohne Stern, ohne Gault und ohne Millau. Das nenne ich Gastfreundschaft. Statt über abgehobene Restaurants zu meckern, würde ich besser mal einen positiven Bericht über kleine Gastronomiebetriebe, die sich erfolgreich anstrengen, verfassen. Das wäre vernünftiger.