Herr Geheimrat Schlüter hätte Freude daran. Am Linsensalat von Frau lamiacucina. Für einmal kein “Insalata di lenticchie”, weder aus umbrischen Montuccio-Linsen noch aus lentilles du puy. Grüne, kleine, ganz gewöhnliche Bio-Linsen. Und dazu gute Würstchen. Meine sind aus der Metzgerei Jentzer in Arlesheim, einer kulturell bemerkenswerten Ortschaft mit eigenem Blog, in 30 Minuten Tramfahrt von Basel aus erreichbar. Wenn ich schon die weite Reise für ein Paar Würstchen auf mich nehme, gehts gleich noch ins Café Brändli am Dorfplatz zu einem Kaffee und einem Stück Sachertorte. (Teure Würstchen geworden). Zurück zum Linsensalat, dieser ist der Hauptakteur, die Würstchen nur Statisten. Der Salat passt ebensogut zu kalten Terrinen oder Pasteten. zum Rezept:
Zutaten
für die Linsen:
250 g grüne Linsen
750 ml Gemüsebrühe
1 Tlf. Salz
für die Sauce:
1 Elf. Dijon-Senf
2 Elf. Obstessig
2 Elf. Estragon-Essig
1 dl bestes Olivenöl
40 ml Noilly-Prat
1 mittlere Schalotte
wenig abgeriebene Bio-Orangenschale
1 Elf. Kerbel gehackt
Salz (zB mein Gemüsesalz), Pfeffer
Zubereitung
(1) Linsen erlesen.
(2) Linsen in der leicht gesalzenen Gemüsebrühe al dente kochen (15-20 Minuten genügen dafür).
(3) Sauce aus den angegebenen Zutaten anrühren und mischen mit den fein geschnittenen Schalottenstreifen und dem Kerbel.
(4) Bissfeste Linsen abgiessen, noch warm mit der Sauce verrühren und mindestens 4 h darin marinieren.
Anmerkung
Die Beschwörung aller Köche, Kochlehrer und Kochbücher, Hülsen-früchte beim Kochen ja nicht zu salzen, da sie sonst nie (nie!) weich würden, kann man getrost vergessen, solange man frische, nicht überlagerte Ware verwendet. Auch bei den Profis halten sich Legenden unglaublich lange. Nach dem Kochen bringt man das Salz jedenfalls kaum mehr in die Hülsenfrüchte hinein. Entsprechend fade schmecken sie dann vielerorts.