In meinem Estrich lagert ein Gerät zur Erzeugung von Gemüse-Spaghetti aus dem Hause Lurch. Ein wahrer Tiefpunkt deutscher Ingenieurskunst und ein Design-Monstrum dazu. Umständliche Hand-habung. Ein Kern von ca. 1 cm Durchmesser wird überhaupt nicht geschnitten, kleine Gemüsestücke lassen mehr als 50% Abfall entstehen. Auf der Homepage von Lurch erscheint der Spirali nicht mehr. Die Firma schämt sich vermutlich ihres Produktes. Und das zu Recht.
Clevere Schweizer(?) Ingenieure haben sich indes ebenfalls in die Erzeugung von Gemüsespaghettis und -locken vertieft und sind,
vermutlich bei Benjamin Brittens Oper “The Turn of the Screw”, auf eine Lösung gestossen, den Gemüse-Twister. Vielleicht stammt die Idee auch von Leonardo da Vinci oder gar Archimedes (der mit der Schraube).
Frau lamiacucina wollte den Gemüse-Twister, so hab ich ihn halt bestellt. Das Gerät lässt sich nur mit Gemüsezylindern von max. 6 cm Länge und max. 4.5 cm Dicke betreiben und welcher Bauer liefert mir die ? Am Schluss bleibt eine Scheibe Abfall von ca. 8 mm Dicke. Für jedes Gemüsestück muss die Schraube wieder voll herausgeschraubt werden, damit frisches Gemüse nachgefüllt werden kann. Das bedeutet bei dem flachen Steigungswinkel volle 26 Umdrehungen. Ein kleines Ruebli (Möhre) zu 12cm Länge benötigt zum Abdrehen der Spaghettis inklusive Zurückdrehen somit 2x2x26=104 Umdrehungen. Nein, man muss ihn nicht haben, den Gemüse-Twister. Da haben weder Leonardo noch Archimedes Pate gestanden.
Den Gemüse-Twister kann man bei der fiktiven Dame BettyBossy, einem joint-venture von Coop und Ringier Verlag, bestellen, sofern man die dazugehörige Kochzeitschrift abonniert.